Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Dienstag, 2. März 2010

Zur Kritik an Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus

Die Welt ist alles, was der Fall ist
wenn es der Fall ist, das die Welt ist
dann ist im Falle, dass die Welt ist
eben das Sein der Welt auch der Fall


Wie kann aber der Fall, dass die Welt ist,
als Aussage über die Welt
Bestandteil dessen sein, worüber etwas ausgesagt ist
wenn die Welt doch alles ist, was der Fall ist?


Der Sachverhalt ist eine Verbindung von Gegenständen.
Ludwig Wittgenstein und Raimund Popper mochten sich wohl nicht besonders... das ist ein Sachverhalt. Eine Verbindung hat es wohl gegeben... aber ob die beiden wohl glücklich gewesen, hätte man sie beide als Gegenstände bezeichnet?


Dass die Sonne morgen aufgehen wird, ist eine Hypothese; und das heißt: wir wissen nicht, ob sie aufgehen wird.
Okay, vielleicht geht sie ja nicht auf... trotzdem, so aus Erfahrung, möchte ich die Hypothese wagen: es ist verflixt wahrscheinlich, dass sie morgen aufgeht. Wenn nicht, bleibt es eben dunkel. Aber selbst dann wäre meine Hypothese nicht falsifiziert... aber nein, das war jetzt Popper...


Die Welt ist unabhängig von meinem Willen.
Wenn sich das alle Politiker zu Herzen nehmen würden... würde keiner mehr etwas tun.
Also bitte: falls es jemandem in den Sinn kommen sollte, den Müll nach unten zu tragen oder ein Bild an der Wand aufzuhängen, dann hat das keinen Sinn, so etwas zu wollen. Die Welt ist unabhängig davon.


Wenn sich eine Frage überhaupt stellen lässt, so kann sie auch beantwortet werden.
Ich stelle eine Frage, habe aber keine Antwort. Andere auch nicht. Alle sagen: "keine Ahnung". Eine Antwort ist das schon, aber beantwortet ist die Frage dann eben doch nicht. Im Prinzip könnte ich eine Frage stellen und sie an Ludwig Wittgenstein richten. Aber ich fürchte, er wird mir nicht antworten.


Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
Manche Menschen haben schlimme Dinge erlebt und es fällt ihnen schwer, darüber zu sprechen. Aber sie können etwas darüber schreiben. Schweigen im Sinne von 'sich nicht äußern' müssen sie also nicht.


Tut mir aufrichtig leid... da gibt es viele Fragwürdigkeiten und Schwachpunkte. Dass sich Probleme auflösen, wenn man nur die Sprache zerpflückt... schön wär's.


Andere Leute haben sich viel ausführlicher und fundierter mit Ludwig Wittgenstein beschäftigt. An dieser Stelle möchte ich auf Peter Möller verweisen. Links zu seinen Texten begrüßt er (so steht's auf seiner Seite), also füge ich hier den Link zu seiner Kritik an Wittgenstein ein.


*

Kommentare:

  1. Du verstehst Wittgenstein an einigen Stellen wohl nicht.
    Gegenstände charakterisiert er bspw. bloß als "einfach" und vom denkenden Subjekt sagt er ja selbst, dass es bloß die Grenze der Welt darstellt.
    Dass die Sonne aufgehen wird, ist sehr wohl eine Hypothese; wie wahrscheinlich sie ist, ist dabei völlig belanglos.
    Wittgenstein mein hier bei dem Satz "Wenn sich eine Frage überhaupt stellen lässt...", dass sie gewissermaßen sinnvoll ist. Er geht ja von einer logischen Sprache aus, die Unsinn vermeiden will.
    (Die Frage "Ist Sokrates identisch?" lässt sich bspw. nicht sinnvoll stellen, weil dem Wort "identisch" als Eigenschaftswort keine Bedeutung zukommt.)
    Beim Satz "Wovon man nicht sprechen kann, ..."
    geht es nicht um verdrängte Erinnerungen oder schlimme Erlebnisse, sondern über das Ausdrücken der logischen Form in Sätzen, was eben unsinnig ist.
    ("Was sich in der Sprache ausdrückt, kann nicht durch sie ausgedrückt werden.")
    (Der Satz kann die logische Form nicht ausdrücken, sondern weist sie auf.)

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  2. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich von Wittgenstein kaum etwas verstehe und lasse mich hier gern belehren... eine intensivere Auseinandersetzung mit seinem Werk wird allerdings ein größeres Projekt.

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  3. Wenn ich das lese drängt sich mir leider der Eindruck auf, Sie haben den Tractatus nicht, aber auch nicht im entferntesten begriffen.

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  4. Mag sein, aber ich habe auch nicht viel Geduld mit Philosophen, die sich dermaßen unverständlich ausdrücken. Ich kann etwas bewirken in der Welt und die Definition des Sachverhalts als "Verbindung von Gegenständen" bleibt für mich nach wie vor unsinnig.

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