Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Montag, 29. November 2010

Burnout als Intentionalitätsstörung

Einer von mehreren möglichen Ansatzpunkten für die Frage nach Störungen der Intentionalität ist die Problematik des Ausbrennens. Burnout – bedeutet das nun „ich kann nicht mehr“ oder eher „ich will nicht mehr“?. Vielleicht bedeutet es auch beides, aber zwischen dem Nichtmehrkönnen, für den man auch den Begriff „Erschöpfung“ in einem umfassenderen (also nicht nur zeitlich eng begrenzten) verwenden kann und dem Nichtmehrwollen besteht sicher ein Unterschied.
Für einen ersten Entwurf zur Beschreibung der Störungen der Intentionalität (also das Problemfeld des Nichtmehrwollens) möchte ich drei Kategorien vorschlagen, die eine genauere Analyse ermöglichen sollen.

Unklarheit

Unklarheit kann sich in verschiedenen Varianten ausdrücken, wenn etwas, das vielleicht bisher durchaus oder sehr intensiv gewollt war, nicht mehr so recht oder gar nicht gewollt wird. Vom „ich weiss nicht mehr, ob ich das will“ über das „ich weiss nicht mehr, was ich überhaupt noch will“ sind mehrere Schattierungen denkbar, die aber eines gemeinsam haben: einen klaren Willen, eindeutige Intentionalität bezogen auf eine bestimmte Situation, konkrete Absichten, die sich verwirklichen lassen, gibt es nicht mehr.
Der Lösungsansatz für dieses Problemfeld ist einfach und schwierig zugleich: denn das Klären im Sinne von „Klären, ob ich will“ und „Klären, was ich will“ ist in einer inneren Situation, in der das eigene Wollen unklar und verschwommen ist, zwar nötig, aber gleichzeitig das Problem, das der Lösung im Wege steht.


Ambivalenz

Ambivalenz ist hier nur ein anderes Wort für ‚Konflikt’. „Ich will und ich will nicht“, das ist eine mögliche Gestalt, „ich will nicht, aber ich muss“ eine andere. Klären ist auch hier der methodische Ansatz, der sich im Einzelfall mit konkreten Invarianten auseinander setzen muss, was konkret bedeutet: das ‚Müssen’ kann so drückend sein, das sich die Frage nach dem ‚Wollen’ nicht mehr wirklich frei stellen lässt.
Wenn es um Burnout geht, scheint diese Form sehr häufig zu sein – es ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, in dem eine bestimmte Arbeitssituation, ein bestimmtes Aktivitätsfeld, nicht mehr durch das innere Erleben und das bejahende Wollen getragen wird, gleichzeitig ein Verlassen oder Bleibenlassen der übernommenen Aufgaben nicht so ohne weiteres zu bewerkstelligen ist. Die bange Frage „und was dann?“ lässt sämtliche Möglichkeiten der Bewältigung vor dem inneren Auge vorbeiziehen, löst vielleicht eine umfangreiche Suche nach Ideen aus, wie dieses und jenes eben doch noch zu schaffen sein könnte, denn immerhin: es hängt etwas dran, und das bedeutet auch, dass es triftige Gründe dafür gibt, das bisher Gewollte auch weiterhin zu wollen, das bisher angestrebte auch weiterhin für sinnvoll und der Mühe wert zu erachten.
Dass sich eine komplexe ambivalente Situation so einfach in ein homogenes Feld verwandeln liesse, ist eine eher unwahrscheinliche Prämisse, in der Regel wird es Mühe kosten, die Einzelheiten und Feinheiten, die Ebenen und konkreten Aspekte der ambivalent gewordenen Intentionalität zu klären. Und das ist anstrengend, erfordert Energie, die gerade im Zustand der Erschöpfung fehlt. Plastisch ausgedrückt: wenn der Benzintank erst einmal leer ist, steht eben kein Benzin mehr zur Verfügung, um damit bis zur nächsten Tankstelle zu fahren.

Irrationalität

Irrationalität ist ein Ansatz, eine recht einleuchtende Erklärung für die Phänomene ‚Erschöpfung’ und ‚Burnout’ in einen größeren Zusammenhang zu stellen.
Das klingt logisch: wer ausgebrannt ist, hat sich eben zu sehr verausgabt, zu hohe Ansprüche, zu wenig für Ausgleich gesorgt, sich zuwenig distanziert, zu wenig oder nicht effizient genug an der Lösung bestimmter Probleme gearbeitet. War einfach überfordert. Die Frage, ob die Ansprüche, die Anforderungen und die Rahmenbedingungen dabei angemessen, von innen oder von aussen gesetzt, rational oder überzogen sind, bleibt dabei zunächst offen.
Insgesamt steckt die Irrationalität bereits im Bemühen, über einen längeren Zeitraum hinweg das Unmögliche möglich zu machen, und begründet wird sie durch die Erfahrung, dass es vielleicht doch gerade noch so geht. Dann eben, wenn alle verfügbaren Kräfte eingesetzt werden, dann eben, die je eigenen Grenzen dabei immer mehr missachtet werden, dann eben, die Illusion entsteht und aufrechterhalten wird, dass das lange Zeit so weitergehen kann.
Der Lösungsansatz ist hier das Bemühen um Rationalität: in der jeweiligen Situation selbst, aber auch bezogen auf die Situation als Ganzes. Und das scheint nun durchaus ein philosophisches Bemühen um Gelassenheit zu sein. Die Dinge wichtig zu nehmen, aber auch nicht zu wichtig, Ansprüche anzunehmen und ernst zu nehmen, sie aber auch infragestellen und sich von ihnen lösen zu können, sich einzusetzen, wo es sinnvoll ist, aber dabei auch begrenzte Kräfte sinnvoll zu dosieren, bei alledem für Ausgleich und Entlastung sorgen, sie für sich selbst ermöglichen und bei Bedarf auch einfordern.

Im Kern aber geht es um das Klären des je eigenen Wollens, dem bewussten Wählen zwischen verschiedenen Variationen des Wollenkönnens. Und die Kunst, sich diese Freiheit des Wählens niemals nehmen zu lassen, und bliebe sie auch nur im je eigenen Geist.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Gedanken hinterfragen

Fragestellung: wie kann ich irrationale Gedanken erkennen und verändern?
Die allgemeine Strategie ist das Hinterfragen:
ist das vernünftig und gesund, was mir da durch den Kopf geht?

Zu Ende denken…

Vieles ist ein Fragment: ein Bruchstück, ein Impuls, eine Idee…
…die brauchbar sein kann oder nicht,
…die auf Vermutungen beruhen kann oder durch Beobachtungen begründet ist.

Irren ist menschlich, also könnte das eine oder andere nicht so ganz stimmen.

Die Wahrnehmung vervollständigen heißt…

…zu berücksichtigen, dass ich manches vielleicht nicht weiss,
…etwas vermute, aber nicht so ganz sicher bin,
….irgend etwas nicht ganz erfasse,
….irgend jemanden nicht so ganz verstanden habe,
…Vermutungen für Tatsachen halte,
…etwas übersehen, überhört oder nicht erkannt oder berücksichtigt habe.

Wahrnehmungstäuschungen und Denkfehler sind möglich. Also…
…könnte manches auch ganz anders sein.

Kann ich mir das, was mich belastet, auch anders erklären?
Gebe ich mir selbst die Schuld an etwas, das auch von anderen, von Umständen usw. mit beeinflusst wird?
Verschwende ich meine Energie mit Gedanken über Dinge, die ich nicht ändern kann?
Übersehe ich Mögllchkeiten, etwas zu tun und bleibe deshalb passiv, obwohl ich (für mich und/oder andere) etwas tun könnte?
Fehlen mir Informationen, die ich (wenn ja, woher) bekommen könnte?

Denke ich „ich muss…“, obwohl ich etwas will – also sehr wohl entscheiden kann, ohne dass mir meine Freiheit bewusst wird?
Denke ich „ich muss…“, obwohl ich nicht wirklich muss (also nur zu müssen glaube)?

Unterstelle ich anderen bestimmte Absichten, obwohl ich sie nie gefragt habe, ob das wirklich so ist?
Gehen mir „alte Sätze“ durch den Kopf, die in Wirklichkeit Zuschreibungen von anderen sind (und vielleicht früher einmal oder niemals gestimmt haben)?
Unterstelle ich einen kausalen Zusammenhang aufgrund zeitlicher Nähe?

Die Sonne geht nicht auf´, WEIL der Hahn kräht – sie tut es auch, wenn er mal erkältet ist.

Die fallibistische Grundüberzeugung ist eine wissenschaftstheoretische Position, die den Irrtum als Möglichkeit immer mit einbezieht.

Vielleicht also ist manches ganz anders, als ich denke.
Und vielleicht kann ich mehr für mich, meine Umwelt, andere und die Zukunft tun, als ich es jemals für möglich gehalten habe. Manchmal kommt es einfach auf einen Versuch an.

Samstag, 16. Oktober 2010

Yoga: Einführungsvideo

Ein kleines Video, das mir geeignet erscheint, um einen Einblick zu geben, was Yoga eigentlich ist. Zur Information gibt es noch viel mehr im Internet, letzten Endes denke ich, dass es eine individuelle Sache ist, ob man sich darauf einlassen will - und wenn, dann sollte eine Anleitung dabei sein.

HIlft Yoga bei Fibromyalgie?

Schmerzen überall und die Ursache ist nicht so ganz klar: Fibromyalgie ist ein Begriff dafür und die Frage ist, was da helfen kann, wenn es (noch) keine optimale Behandlung dafür gibt. In Oregon wurden verschiedene Methoden untersucht, die sich gegen Fibromyalgie einsetzen lassen. Und dabei ging es auch um Yoga.

53 Frauen mit der Diagnose Fibromyalgie wurden per Zufall einer von zwei Versuchsgruppen zugeordnet. Eine Gruppe nahm an einem achtwöchigen Yogaprogramm teil, zu dem verschiedene Übungen, Meditationen und Gruppendiskussionen gehörten. Die zweite Gruppe wurde rein medikamentös behandelt. In beiden Gruppen wurden Fragebögen eingesetzt, die Yogagruppe sollte außerdem ein Tagebuch führen.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Yoga bei einer Reihe von Fibromyalgiesymptomen wirksam ist - Schmerzen, Steifigkeit, Schlafstörungen, Depression, Gedächtnisstörungen, Angst und emotionale Instabilität konnten deutlich reduziert werden. Schmerzen gingen um durchschnittlich 24% zurück, Müdigkeit um 30%, depressive Symptome um 42%.

Die Autoren (Carson et. al., s. Literaturangabe) weisen darauf hin, dass die Teilnehmerinnen sehr aktiv gewesen waren und die Übungen zuhause fortsetzen wollten. Insgesamt zeigen auch die früheren Studien der Forschergruppe die Wirksamkeit von Yoga bei Schmerzstörungen auf.

Insgesamt, so die Schlussfolgerungen von James Carson, besteht die beste Behandlungsmethode für Fibromyalgie also aus einer Kombination aus Medikamenten, Körperübungen und der Entwicklung von spezifischen Bewältigungsstrategien.


Anmerkung: Informationen über Fibromyalgie und eine Broschüre mit einfachen Bewegungsübungen finden sich auch auf der Website der Deutschen Rheuma-Liga


Die Studie im Orignal:

James W. Carson, Kimberly M. Carson, Kim D. Jones, Robert M. Bennett, Cheryl L. Wright, Scott D. Mist. A pilot randomized controlled trial of the Yoga of Awareness program in the management of fibromyalgia. Pain, 2010; 151 (2): 530 DOI: 10.1016/j.pain.2010.08.020

Quelle:

Oregon Health & Science University (2010, October 14). Yoga can counteract fibromyalgia, study suggests. ScienceDaily. Retrieved October 16, 2010, from http://www.sciencedaily.com­/releases/2010/10/101014083119.htm

Dienstag, 28. September 2010

Arbeit zwischen Ertrinken und Besoffensein

Es ist gerade ruhig auf diesem Blog und das hat damit zu tun, dass mich gelegentlich der EIndruck beschleicht, in Arbeit zu ertrinken. Vieles bleibt liegen und wartet darauf, erledigt zu werden, aber so richtig 'besoffen sein', also dem Rausch der Arbeitssucht zu erliegen, das ist dann doch nicht so ganz mein Ding. Schließlich mache ich mir viele Gedanken über die Problemfelder Burnout, Ansprüche und die Schwierigkeit, mit veränderten und meist gestiegenen Anforderungen in vielen unterschiedlichen Berufsfeldern irgendwie fertig zu werden. Im Prinzip ist ja manches leicht zu erkennen und das Prinzip "nicht mehr, sondern schlauer arbeiten" ist mir theoretisch klar. Rein praktisch gibt es aber auch Grenzen, feste Punkte, die sich nicht einfach so 'wegdenken' lassen. Der Begriff der Anspruchsniveaustrukturregulation wartet noch auf eine saubere Definition und die methodische Umsetzung - dass Gelassenheit dabei auch etwas mit Loslassen zu tun hat, sprich, 'sich von überhöhten Ansprüchen zu lösen', ist dabei ein durchaus bedenkenswerter Aspekt. So nebenbei schwingt aber auch die Auseinandersetzung mit der Schematherapie nach Young mit - 'das Leben neu erfinden', das ist im Moment meine eifrig studierte Lektüre. Es geht dabei um Lebensfallen, in die es sich leicht plumpsen, aus denen aber nicht ganz so leicht zu entkommen ist. Zentrale Erkenntnisse kommen mir dabei schon beinahe banal vor: es geht immer wieder um das 'rechte Maß'. wobei hier NICHT das Bier gemeint ist. Denn richtig besoffen wird man ja erst dann, wenn das Mass nicht nur voll ist, sondern auch noch immer wieder nachgefüllt wird.
Und deshalb lasse ich mal in aller Gelassenheit gären, was mir so durch die Birne geistert und mache mir selbst keinen Druck, das alles druckfertig bzw. blogfertig internett zu präsentieren. Aber es ist absehbar, dass dort, wo viel Input ist, irgenwann auch wieder viel Output kommt...

Montag, 20. September 2010

Entspannung meets Rap


Entspannungsmusik und Rap - passt das zusammen? Vielleicht kann man sich darüber streiten. Oder auch nicht, ist schließlich Geschmackssache. Egal, wie auch immer, eigentlich egal. Also: Lauscher aufsperren und einfach mal reinhorchen. Vielleicht wird es ja behaglich.



Sonntag, 19. September 2010

Doping für den Job? Burnout und Sucht

Das Thema Burnout hat viele Facetten und eine davon wird in der Sendung beleuchtet, die auf ARTE ausgestrahlt wurde. Wenn es nicht mehr so recht gelingen mag, den Leistungsanforderungen gerecht zu werden, kann man immerhin auf die Idee kommen, hier und da ein bisschen nachzuhelfen... zum Beispiel mit Medikamenten, die an sich für andere Zwecke gedacht waren, aber eben die Stimmung aufhellen oder die Leistung steigen können. Die Frage ist natürlich, ob sie das wirklich tun und was sich daraus an unangenehmen Konsequenzen entwickeln kann. Sucht nämlich, als Medikamenten- abhängigkeit. Was in der Sendung ebenfalls angesprochen wird ist der Welleneffekt: wenn einer mal anfängt, müssen andere es auch tun, wenn sie (noch) mithalten wollen... die Suchtgefährdung zieht ihre Kreise. Immer mehr, immer schneller, immer besser... das Kranke im System sind Leistungsansprüche, die chronisch überhöht sind und immer mehr nach oben geschoben werden. Kann man dafür einzelne Personen oder Gruppen verantwortlich machen oder ist all das einfach eine Frage der Einstellung? Wie auch immer man darüber denken mag, hier zeigt sich ein krankes Moment in der Gesellschaft, das nicht nur einzelne Personen oder einzelne Gruppen betrifft. Im Grunde geht es um die Frage, wie ein neues, gesünderes Verhältnis zum Thema Leistung aussehen kann, aussehen muss, wenn diesen Prozessen etwas entgegen gesetzt werden soll. Immerhin geht das dabei um die Gesundheit breiter Bevölkerungsgruppen und - auch aus der Sicht der Unternehmer - sehr wohl ums Geld.


Teil 1


Teil 2


Teil 3

Samstag, 14. August 2010

Glückliche Mitarbeiter - und der Laden läuft

Es ist leicht nachvollziehbar, dass Arbeit bei den Beschäftigten einen großen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden hat - schließlich verbringen sie dort viel Zeit. Es gibt bereits einige Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen arbeitsbezogenen Einstellungen und Gesundheitsproblemen wie Herzkrankheiten, Burnout und Depression. Solche Einstellungen haben aber auch einen großen Einfluss auf den Umsatz eines Unternehmens. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie, in der mehr als 2000 Abteilungen von 10 großen Unternehmen untersucht wurden.
Die Beschäftigten wurden dabei befragt, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitsplatz waren, wie lange sie schon dort beschäftigt waren, wie sie sich Kunden gegenüber verhalten hatten und wie zufrieden sie mit ihrem Gehalt waren. Die Analyse der Daten zeigte dabei einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Mitarbeiter und dem Umsatz des Unternehmens auf. Positive Einstellungen zu den Arbeitsbedingungen zeigten sich in einer längeren Beschäftigungsdauer, höherer Loyalität gegenüber der Kundschaft und höherem Umsatz des Unternehmens.

Die Studie im Original:

Association for Psychological Science (2010, August 14). Happy employees may be the key to success for organizations. ScienceDaily. Retrieved August 14, 2010, from
http://www.sciencedaily.com/releases/2010/08/100813121920.htm

Literatur:

1. Manon Mireille LeBlanc, Julian Barling. Workplace Aggression. Current Directions in Psychological Science, 2004; 13 (1): 9 DOI: 10.1111/j.0963-7214.2004.01301003.x
2. H. R. Bowles, M. Gelfand. Status and the Evaluation of Workplace Deviance. Psychological Science, 2009; 21 (1): 49 DOI: 10.1177/0956797609356509
3. Paul E. Spector. Employee Control and Occupational Stress. Current Directions in Psychological Science, 2002; 11 (4): 133 DOI: 10.1111/1467-8721.00185
4. J. K. Harter, F. L. Schmidt, J. W. Asplund, E. A. Killham, S. Agrawal. Causal Impact of Employee Work Perceptions on the Bottom Line of Organizations. Perspectives on Psychological Science, 2010; 5 (4): 378 DOI: 10.1177/1745691610374589

Sonntag, 8. August 2010

Impressum

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http://www.miteinandersprechen.blogspot.com/
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Fibromyalgie: was ist das?

Es tut weh, aber woher das kommt, das ist nicht so ganz klar.... Fibromyalgie ist eine Bezeichnung für Schmerzen im Muskelfaserbereich und ich möchte hier nur einige allgemeine Informationsquellen zusammentragen. Der Artikel auf Wikipedia kann als Einführung dienen, interessant ist aber auch die Patientenversion der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften zu den Leitlinien für die Schmerztherapie.
Ansonsten gehört noch der Hinweis auf die Rheumaliga hierher, die mehrere Broschüren zur Krankheit und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es ein Einführungsvideo der Rheumaliga Baden-Württemberg, das ich hier noch vorstellen möchte.


Freitag, 6. August 2010

Depression und Alzheimer



Die Erkrankung Morbus Alzheimer ist oft mit Depressionen verbunden, das ist bereits bekannt. Aber wie sieht das nun mit den Zusammenhängen aus, wenn es welche gibt? Sind depressive Symptome ein frühes Warnsignal, das eine Alzheimererkranung ankündigen kann oder einfach ein Risikofaktor? Eine Studie an der Rush University beschäftigt sich mit dieser Frage und wurde in der Zeitschrift Neuroloy veröffentlicht.
357 an Alzheimer erkrankte Personen wurden über 3 Jahre hinweg untersucht und weil die Selbstdarstellung nicht immer sehr zuverlässig ist, wurden ergänzende Informationen herangezogen, wie sich depressive Symptome entwickelten - Familienangehörige und Freunde der Betroffenen kamen deshalb in Interviews zu Wort, um eine zusätzliche Einschätzung von außen zu bekommen.
Robert S. Wilson, einer der Autoren der Studie, stellt fest, dass Depression nicht als unvermeidlicher Bestandtelil des Krankheitsbilds Alzheimer betrachtet werden sollte - Depressionen erhöhen aber das Risiko, zusätzlich an Morbus Alzheimer zu erkranken. Warum das so ist, bleibt noch offen.

Die Studie im Original:

R.S. Wilson, G.M. Hoganson, K.B. Rajan, L.L. Barnes, C.F. Mendes de Leon, and D.A. Evans. Temporal course of depressive symptoms during the development of Alzheimer disease. Neurology, 2010; 75: 21-26

Quelle:

Science Daily
Rush University Medical Center (2010, August 5). Depression is a risk factor and not an early sign of Alzheimer's disease, study suggests. 
ScienceDaily. Retrieved August 6, 2010, 
from http://www.sciencedaily.com/releases/2010/07/100705190530.htm

Mittwoch, 4. August 2010

Und weiter geht's...

So... Zeit, dass ich mich mal wieder melde. Es wird also demnächst hier weiter gehen, wenn auch etwas sparsamer als bisher. Der Umzug ist endlich geschaftt, aber ich habe auch viel zu tun. Alte Themen, neue Themen, Überlegungen, was hier sinnvollerweise passt... gelandet bin ich also in der Psychosomatik und das steckt einen Rahmen ab, in dem alte Themen neu gedacht werden. Neulich kam im Sündwestfunk eine Sendung über Gendermedizin, Unterschiede zwischen Männern und Frauen und die Frage, wie solche Unterschiede im medizinischen und therapeutischen Bereich zu berücksichtigen sind. Dahinter steckt die Hoffnung, dass neben "Schema F" individuelle Unterschieden stärker berücksichtigt werden und damit den Formalisierungs- und Kategorisierungstendenzen ein Gegengewicht zur Seite gestellt wird. 
Was mich noch mehr bewegt, sind die Veränderungen in der Arbeitswelt, die sich durch alle möglichen Berufsfelder ziehen - Erschöpfungszustände, Überlastungen und Einzelheiten aus den Studien zu den Entwicklungen der letzten Jahre. Für viele ist das Arbeitsleben anstrengender geworden und so manches kann man nur als Managementfehler einordnen - als Konsequenz fehlenden Nachdenkens über die Grenzen des Menschenmöglichen und formale Vorgaben, die eben irgendwann nicht mehr zu erfüllen sind. Deshalb also taucht die Frage nach dem 'psychologisch gesunden Arbeitsplatz' auch immer wieder auf. Nur so richtig durchgebacken ist eben noch nicht alles, es wird also so manche tastende Bewegung spürbar, die mehr Fragen aufwirft als Antworten zu liefern vermag. Die Frage, wie ein wahrhaft gesundes Leben gerade heute aussehen kann, schwebt also immer wieder im inneren Raum meiner Birne und gärt dort vor sich hin. Nähere Einzelheiten kommen sicher demnächst zur Sprache. Soweit also erstmal.... Fortsetzung folgt.

Sonntag, 4. Juli 2010

Blog Jungle ist offline, therapieblog.de auch

Manche haben es vielleicht schon bemerkt: Blog Jungle ist nicht mehr da, offline gegangen. Damit ist auch mein Therapieblog weg... die Artikel sind zwar gesichert, aber zum größten Teil auch nicht mehr aktuell. Einige Themen werde ich im Laufe der Zeit hier wieder aufgreifen, aber das wird noch eine Weile dauern... Denn erstmal steht ein Umzug an. Kein Blogumzug, sondern ein 'richtiger'. Inzwischen... könnte Deutschland durchaus Weltmeister werden, oder nicht?

 

Freitag, 28. Mai 2010

Wolfsheim: Kein Zurück

Ein kritischer Blick auf die Vergangenheitsorientierung - so wichtig es auch sein kann, Vergangenes aufzuarbeiten, ohne den Blick nach vorn, ohne die Orientierung an der Gegenwart, dem Hier und Jetzt, bleibt der Rückblick eine einengende Angelegenheit. Der Song von Wolfsheim bringt mit seinem "kein Zurück" eine elementare Einsicht zum Ausdruck: was war, lässt sich eben nicht ungeschehen machen. Die Zeit läuft. Läuft sie davon? Wie auch immer: es gibt keinen Weg zurück zu dem, was war.



*

Gegensätze

"Der gesunde Verlauf der psychischen Entwicklung stellt sich ... als eine kontinuierliche Introjektion antithetischer Pole dar, als eine ständige Zunahme der Spannungstoleranz." (Thea Bauriedl)

(aus der Reihe "therapoesie")

so mancher blickt voll kummer
vielleicht im zorn zurück
doch gäbe es das leiden nicht
es gäbe auch kein glück

die zukunft voller sorgen
verdunkelt noch den blick
voraus zu denken macht uns klar
es führt kein weg zurück

zum leben ja zu sagen
jetzt in der gegenwart
anstatt nur zu klagen
auf irgendeine art

entscheiden und wählen
sich mühen, sich quälen
ertragen, verändern, bewegen
das wertvolle pflegen

wer das bessere schließlich fand
nimmt das leben in die hand

das eine tun ist: andres lassen
das bessere tun, im blick der pflicht
das geht nie ganz ohne verzicht
das helle hier lässt dann verblassen

was in den hintergrund geriet
unterlassenes prägt mit, was geschieht

mancher erkennt, wohin er auch wandere
es gibt das eine nicht ohne das andere
die welt ist aus gegensätzen gemacht
hier der tag und da die nacht

bei allem streben nach harmonie
verschwinden gegensätze nie
trennen wir sie erst im geist
so ist es stets das eine, das auf das andere verweist

wir mögen tüfteln und erfinden
gegensätze werden nie verschwinden
immer wieder werden sie vermieden
doch erst wer sie annimmt

findet zum frieden


*

Machos am Steuer

Montreal, Psychologische Fakultät der Uni. Wieviel 'Macho' steckt im Mann und wie zeigt sich das am Steuer? Eine Wagen sollten sie 'fangen', überholen also, das war die Anweisung für 22 Männer, die in einem Fahrsimulator untersucht wurden. Eingeschätzt wurden sie mit dem ADMI (Aubum Differential Maculinity Inventory), das anhand von 60 Fragen eine Einschätzung erlaubt, wie ausgeprägt der Macho ist... Indikatoren sind dabei Einstellungen wie "Männer die weinen, sind schwach" oder "Männer sind grundsätzlich intelligenter als Frauen". Was sich im Simulator beobachten lässt, sind Risikobereitschaft und Aggressivität am Steuer. Und die Ergebnisse?
Die ausgeprägten Machos fahren aggressiver, übertreten häufiger Verkehrsregeln, gehen mehr Risiken ein. Mit der Vorinformation, die Aufgabe sei in 7 Minuten zu schaffen, wird eine Verfolgungsjagd inszeniert, die nach 4 Minuten zum Ziel führt. Die Lässigeren brauchen 12 Minuten, fahren dafür aber auch vorsichtiger.
Julie Langlois greift in der Interpretation der Ergebnisse auf ein Konzept zurück, dass sich mit dem Begriff der 'symbolischen Selbstergänzung' beschreiben lässt: das Auto wird zur äusseren Erweiterung des Selbst und kann zu irratonalen obsessiven Tendenzen führen. Es scheint tief im männlichen Sterrotyp verwurzelt zu sein, durch Aggressivität und riskantes Verhalten sich selbst beweisen zu wollen. Das Fahrzeug als Vehikel, die eigene Persönlichkeit auszudrücken, mag ein typisch männliches Phänomen sein.

Kommentar: wenn mann eine Ecke weiter denkt, zeigt sich, wie dumm dieses aggressive männliche Macho-Stereotyp ist.

Quelle:
University of Montreal (2010, May 27). Macho men a liability on roads, study finds. ScienceDaily. Retrieved May 27, 2010,
from http://www.sciencedaily.com /releases/2010/05/100526111332.htm

Freitag, 21. Mai 2010

Musik macht stark, schlau und beruhigt

'Eine Sonate täglich, 30 Minuten lang': so lautete die Dosierung des Medikaments "Mozart" für frühgeborene Babies, deren Entwicklung gefördert werden sollte. Dr. Dror Mandel und Dr. Ronit Lubetzky (Tel Aviv) stellten dabei fest, dass Mozart das Wachstum förderte - die Babies wurden ruhiger, verbrauchten weniger Energie, nahmen deshalb schneller zu und wurden stärker. Mozart wirkt also beruhigend auf Neugeborene, aber die musikpsychologische Forschung interessiert sich noch für ganz andere Fragen: macht Mozart denn auch schlau?
An der Universität gingen Jakob Pietschnig, Martin Voracek und Anton K. Formann dieser Frage nach. Vorausgegangen war eine Studie aus dem Jahr 1993, in der Frances H. Rauscher (Unversity of Califonia) bei Studenten höhere geistige Fähigkeiten bei Studenten beobachtet hatte, die zuvor Mozarts Sonate für zwei Klaviere (KV 448) gehört hatten. Fünf Jahre später wurde deshalb in Georgia ein Gesetz erlassen, das jeder Mutter eines Neugeborenen eine CD mit klassischer Musik zubilligte. In Florida wurde ein Gesetz verabschiedet, das in jeder Kinderkrippe mindestens eine Stunde klassischer Musik pro Tag vorsah. So ganz überzeugt war die Fachwelt allerdings nicht davon, dass Mozart (die Musik wohlgemerkt, nicht die Mozartkugeln!) wirklich schlau macht... Replikationsstudien wollte es nicht so recht gelingen, den Effekt erneut nachzuweisen. An der Uni in Wien wurden deshalb 40 Studien mit einer Metaanalyse untersucht, um herauszufinden, ob es diesen 'Mozarteffekt' denn nun wirklich gibt. Bestätigen konnten sie die Forscher ihn nicht - und bezeichen den Mozarteffekt als eine Legende, das Hören allein macht nicht schlauer.
Aber gut für das Herz soll es sein.... Ob das nun wieder stimmt, untersuchten J.Bradt und C.Dileo in Philadelphia. Nach der Sichtung von 23 Studien mit insgesamt 1.461 Patienten, die sich nach einem Herzinfarkt in einer Klinik befanden. Nur zwei davon bezogen sich direkt auf die Wirkung von Musiktherapie, die meisten untersuchten einfach den Effekt von Musik-CDs. Herzschlag und Blutdruck gehen zurück, Ängste lassen sich reduzieren, die Stimmung lässt sich verbessern. Insgesamt ist die Formulierung eher vorsichtig: "music listening may be beneficial for heart diesease patients" - Musik zu hören kann für Herzpatienten heilsam sein. Dass sich dabei auch begleitende Depressionen lindern lassen, lässt sich nicht bestätigen. Offen bliebt dabei, welche Art von Musik, welcher Stil wirksam ist und wo die Möglichkeiten einer spezifischen Musiktherapie liegen.
Was macht denn nun Musik angenehm, welche Elemente sind es, die darüber entscheiden, ob Musik 'gefällt', 'gut klingt' oder als schrecklicher Missklang empfunden wird? Josh McDermott et. al. befragten in Minnesota 250 Studenten nach ihren Höreindrücken, varrierten dabei Klänge, harmonische und disharmonische Frequenzen. Harmonische Klänge werden meist als angenehmer empfunden - und das vor allem von jenen, die selbst ein Instrument zu spielen gelernt haben. Ob diese Ergebnisse in anderen Kulturen genauso aussehen, bezweifeln die Forscher - die naheliegende Annahme besagt, dass das Angenehme in der Musik eben auch eine Frage der Hörgewohnheiten ist. Dort also, wo andere Klänge und Rhythmen stärker verbreitet sind, wird auch eine andere Art von Musik als angenehm empfunden. Unterschiede und Vielfalt sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Musik bleibt also immer auch Geschmackssache, kann sehr angenehme Wirkungen haben, beruhigen und besänftigen, ist aber auch kein Wundermittel, das alle Probleme löst und Genialität aus dem Kopfhörer zaubert. Eine persönliche Frage also, der sich nachzugehen lohnt: was gefällt mir persönlich? Was tut mir gut, wirkt auf mich angenehm, anregend oder entspannend? Dabei muss es nicht immer Mozart sein. Aber es kann. Womöglich wird der eine oder die andere dabei doch schlauer?


Literatur:

Bradt J, Dileo C. Music for stress and anxiety reduction in coronary heart disease patients. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2009, Issue 2. Art. No.: CD006577 DOI: 0.1002/14651858.CD006577.pub2

Josh H. McDermott, Andriana J. Lehr, and Andrew J. Oxenham. Individual Differences Reveal the Basis of Consonance. Current Biology, 2010; DOI: 10.1016/j.cub.2010.04.019

Jakob Pietschnig, Martin Voracek, Anton K. Formann. Mozart effect-Shmozart effect: A meta-analysis. Intelligence, 2010; 38 (3): 314 DOI: 10.1016/j.intell.2010.03.001

Frances H. Rauscher, Gordon L. Shaw, Catherine N. Ky. Music and spatial task performance. Nature, 1993; 365 (6447): 611 DOI: 10.1038/365611a0

Quellen:

American Friends of Tel Aviv University (2010, January 8). Mozart therapy: A sonata a day keeps the doctor away. ScienceDaily. Retrieved May 21, 2010, from http://www.sciencedaily.com/releases/2010/01/100107132551.htm

University of Vienna (2010, May 10). Mozart's music does not make you smarter, study finds. ScienceDaily. Retrieved May 21, 2010, from 

Wiley - Blackwell (2009, April 16). Music Reduces Stress In Heart Disease Patients. ScienceDaily. Retrieved May 21, 2010, from 

Cell Press (2010, May 20). What makes music sound so sweet (or not). ScienceDaily. Retrieved May 21, 2010, from 

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Mittwoch, 19. Mai 2010

Schleier

Nichts, aber auch gar nichts war zu erkennen, als ich aus dem Lift trat. Nebel überall, graue Schleier, wohin ich mich auch wandte. Schon wieder so ein bescheuerter Traum, dachte ich mir und fragte mich, wozu das nun wieder gut sein sollte. Das Metphorische dämmerte schon unter der Oberfläche und schien mir zu raten, die Augen zu bewegen, wachsam zu sein, hin und her zu blicken, den Kopf zu schütteln, damit sich die nebelhaften Gebilde klarer abzeichnen sollten. Langsam nur setzte ich einen Fuß vor den anderen, um das Stolpern zu vermeiden, um niemandem auf die Füsse zu treten, schließlich war ja nichts zu erkennen. Schemenhaft waren Umrisse erkennbar, ich streckte meine Hände aus, um nirgendwo anzuecken, niemanden umzurempeln oder gegen eine Wand zu laufen.
Eine ganze Weile stolperte ich so umher, bis ich einen Zug spürte, etwas bewegte sich an meinem Kopf. Als ich mich umblickte, konnte ich niemanden erkennen.
Irgend jemand hatte mir den Schleier vom Kopf gezogen, der meine Sicht verdeckt hatte. Manchmal also liegt das Nebelhafte so dicht vor den Augen, dass man es nicht erkennt. Gefangen in der Suche nach komplizierten Erklärungen ist gelegentlich das Einfachste nicht mehr zu erkennen.
Das sollte mir wohl etwas sagen, blieb aber in seiner Bedeutung vorerst ein Rätsel.
 
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Dienstag, 18. Mai 2010

Lassen sich Posttraumatische Belastungsreaktionen vorhersehen?

Auf traumatische Erlebnisse reagieren nicht alle gleich - manche bekommen ernsthafte Probleme, die mit dem Begriff der Posttraumatischen Belastungsstörung bezeichnet werden. Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts zeigt nun, dass sich anhand des Schlafmusters vorhersehen lässt, wer Probleme bekommen wird und wer nicht. Die Untersuchung ist in deutscher Sprache abrufbar, deshalb begnüge ich mich hier mit einem kurzen Hinweis und der Quellenangabe.
 
Literatur:

Victor I Spoormaker.; Anna Sturm; Katia C Andrade; Manuel S Schröter; Roberto Goya-Maldonado; Florian Holsboer; Thomas C Wetter; Philipp G Sämann; Michael Czisch. The Neural Correlates and Temporal Sequence of the Relationship Between Shock Exposure, Disturbed Sleep and Impaired Consolidation of Fear Extinction. The Journal of Psychiatric Research, 13. Mai, 2010

Quelle:

Wer wird durch ein traumatisches Erlebnis krank? (Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft)





Ob Lena gewinnt?

Soso, günstige Prognose für Lena Meyer-Landrut... schreibt der Meinungsblog nicht ohne Grund.
Okay, von mir aus, nichts dagegen! Nachdem da so viel Wirbel gemacht wurde, hier also das Satellitenvideo. Noch ist es abrufbar...
"Wie ein Satellit bin ich auf dem Weg um dich herum...". Na hoffentlich wird ihr da nicht schwindlig?


Montag, 17. Mai 2010

Euronomia

Er musste wohl bemerkt haben, dass ich nervös mit einer Euromünze spielte. Verirrt hatte ich mich, irgendwo auf Orbital Alpha und das Gemurmel hinter dem grauen Strubbelbart sollte wohl so eine Art Gesprächseröffnung werden. Früher konnte man mit einem Euro tatsächlich etwas kaufen, aber heute... unter 10 Euro war kein Brötchen mehr zu bekommen und der Wert sank weiter. "Schlimm", sagte der Fremde, "Zeit für Euronomia". Was das bedeuten sollte, war mir völlig unverständlich.
"Kleine Quizfrage", meinte er. "Was ist der Wirtschaftskreislauf:
a) der regelmäßige Weg eines Kneipenbesuchers von der Theke zum Klo und zurück
b) der Weg eines Betrunkenen um eine Straßenlaterne, die den verlorenen Hausschlüssel zwar nicht erleuchtet, aber den einzigen Bereich darstellt, in dem man etwas sehen kann oder
c) die Zirkulation von Wertpapieren, die keinerlei materiellen Gegenwert haben?"
So etwas Kompliziertes konnte ich im Schlaf natürlich nicht beantworten.... "Okay," meinte der Bärtige gnädig, "ich erkläre es mal etwas anders. Wenn du die Wahrscheinlichkeit verkaufst, dass eines Tages auf deinem Acker eine Kartoffel wächst, gerät das System aus den Fugen. Früher oder später. Warte deshalb, bis etwas gewachsen ist, und verkaufe dann die Kartoffel."
Aha. Klar. Nein, doch nicht klar... "Euronomia ist, wenn man sich auf die gesunden Grundlagen des Wirtschaftens besinnt. In deiner Zeit ist globale Wirtschaft nichts anderes als eine riesige Kneipe, in der alle besoffen sind".

Als ich aufwachte, verstand ich nur noch Kartoffel.

Samy Deluxe: Bis die Sonne rauskommt...

Ein musikalisches Trostpflaster für jene, die im Moment die Sonne vermissen....



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Studien zur Wirksamkeit von Psychotherapie

(aktualisiert)

Die Aufstellung ist noch nicht vollständig und wird nach und nach ergänzt. Die Zusammenstellung zeigt aber zwei grundsätzliche Einsichten: psychodynamische Therapie und Verhaltenstherapie lassen sich in ihrer Wirksamkeit bestätigen. Und: die Wirksamkeit wurde meist bei spezifischen Problembereichen nachgewiesen. Im Einzelfall können beide Ansätze wirksam sein, manchmal ist der eine oder andere besser. Es gibt Grenzen, wenn es um Psychosen geht. Manchmal ist die begleitende Behandlung mit Medikamenten sinnvoll. Und... manchmal finden sich auch Belege für Therapieansätze, die nicht als wissenschaftlich anerkannt gelten.

Mai 2010: Kunsttherapie hilft Kindern mit Asthma, baut Ängste ab und erhöht die Lebensqualität
Februar 2010: Verhaltenstherapie verbessert den Schlaf bei Schmerzpatienten 
Februar 2010: Hypnose hilft gegen Schmerzen bei Frauen mit Brustkrebs und Metastasen

Januar 2010: Psychodynamische Therapie wirkt bei vielen psychischen Störungen wie Angst, Panik, Depression.

Juni 2009: Kognitive Verhaltenstherapie nützt nichts bei Schizophrenie und zeigt nur begrenzte Wirkung bei biploaren Störungen

April 2009: Kognitive Verhaltenstherapie hilft bei älteren Erwachsenen, die Sorgen zu lindern

April 2009: Kognitive Verhaltenstherapie lindert Schmerzen

November 2008: Psychodynamische Therapie wirkt bei Depressionen

Oktober 2008: Bei Persönlichkeitsstörungen und chronifizierten psychischen Störungen ist eine längere Psychotherapie besser

November 2007: Verhaltensherapie, die durch Medikamente begleitet wird, hilft depressiven Teenagern, die gleichzeitig Substanzen missbrauchen
September 2007: Familientherapie erhöht die Wirksamkeit der Therapie von Bulimie bei Teenagern
März 2007: Psychodynamische Therapie wirkt bei Panikstörungen

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