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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Kann man Kommunikation trainieren?

Die sprechwissenschaftliche Forderung ist alt: Trainer brauchen eine Lizenz! Und das ist eben die Sprecherzieherprüfung, die es seit nunmehr beinahe 100 Jahren gibt. Nun nennen sich aber viele "Kommunikationstrainer", ohne jemals die Existenz der Sprechwissenschaft zur Kenntnis genommen zu haben, und arbeiten mit alten, im Grunde völlig überholten Modellen. Eines wird dabei häufig übersehen: Fertigkeiten kann man trainieren, Fähigkeiten nicht. Was dabei herauskommt, ist die Vermittlung von "Techniken", "Taktiken" und "Strategien". Da werden dann bestimmte Formulierungen eingeübt und im Verkauf hört man dann "sehr gerne". Oder lauter Fragen, auf die man mit "Ja" antworten soll, damit sich aus der Gesprächsaufzeichnung die Zustimmung zu einem Vertrag ableiten lässt, den man nie abschließen wollte.  Was mit solchen Trainings auf jeden Fall nicht entwickelt wird, ist Gesprächsfähigkeit. 
Mit durchtrainierten "Kommunikationsprofis" kommt man höchst selten wirklich ins Gespräch. Und in der Politik lässt sich das täglich beobachten: die Unfähigkeit, auf eine klare Frage eine klare Antwort zu geben. Es gibt Journalistinnen und Journalisten, die es wirklich drauf haben, kritische Fragen zu stellen, Schwachpunkte aufzudecken, und wer genau zuhört, kann feststellen, wie häufig dann ausschweifende, ablenkende oder beschwichtigende Pseudoantworten als Reaktion kommen. Das Redestehen (oder "logon didonai") ist nicht gerade Mode, sich irgendwie aus der Affäre ziehen, bloß nicht zugeben, dass man etwas nicht weiß, den Schein wahren, obwohl die Wahlversprechen längst gebrochen sind, das ist normal. Sich mit anderen verständigen, sich auf Frage und Antwort wirklich einlassen, das ist keine Frage der Technik, es ist eine Frage der Haltung. Natürlich kann man tausendmal betonen, man sei ja schließlich Demokrat und demokratisch gewählt - das macht aber keinen Demokraten aus einem Angehörigen einer Partei, die die Demokratie scheibchenweise abschaffen will.
Kommunikationspädagogik muss mehr sein als Training, es gilt, Räume zu schaffen, in denen sich Gesprächsfähigkeit wirklich entwickeln kann. Es ist eine Frage der Haltung, ob man mit anderen wirklich ins Gespräch kommen will, oder sie nur benutzt, um selbst gut dazustehen, anderen "ein Gespräch zu reden", ohne wirklich etwas von dem oder der anderen zu erfahren. Also, ihr lieben Trainerinnen und Trainer, hört doch bitte auf mit "Sender" und "Empfänger" - das Modell von Shannon und Weaver stammt aus dem Jahr 1948 - Menschen kommen darin nicht vor. Ein Gespräch ist etwas anderes als die Übertragung von Nachrichten oder Botschaften, es geht um den gemeinsamen Sinn. Sinn gemeinsam zu konstituieren, Sinn zu verstehen, das ist mit Technik allein nicht zu erreichen. Es braucht dazu Menschen, die sich aufeinander einlassen, sich in ihrem Anderssein stehen lassen können. Gesprächsfähigkeit braucht Spannungstoleranz, es gibt keine Gesprächsfähigkeit ohne Konfliktfähigkeit. Und das ist weitaus mehr, als tausend Techniken oder Algorithmen jemals zustande bringen werden.

Dienstag, 5. Mai 2026

vom hörverstehen

die ohrmuschel draussen 
die hörschnecke drin
hör- und sprachzentren 
machen den sinn 
in der amygdala müssen sie landen 
dann werden worte 
erst wirklich verstanden

Donnerstag, 7. August 2025

Niemand hört (auf) mich

Tja, das ist ein schwieriges Problem… Zunächst einmal glauben die Menschen im Alltag meist, zuhören sei ja kein Problem, das kann ja jeder. Wenn niemand hört, könnte es sein, dass eine Hörminderung vorliegt, aber das ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Wenn Kinder nicht hören wollen, muss das nicht an einer Hörminderung liegen, es kann auch auf die Nutzung einer geheimen Röhre zurückgehen, die es möglich macht, Schallwellen schnurstracks von einem Ohr in das andere und wieder hinaus schwingen zu lassen, ohne dass dabei auch nur im Entferntesten eine Reaktion zustande kommen könnte. Weil diese geheime Röhre aber anatomisch nie entdeckt wurde, scheint es doch eine ausgeprägte Fähigkeit des Gehirns zu sein, selektiv hörend alles Unangenehme und Unerwünschte herauszufiltern. Wer sich also nicht unterhalten, also unten halten, lassen will, lernt über das nicht gehört werden Wollende hinweg zu hören. Jenes Überhören ist nicht zu unterschätzen, keinesfalls ein Beleg für Schwerhörigkeit, eher ein Ausdruck, schwer hörig zu werden, also keinesfalls alles wahrzunehmen, für wahr zu nehmen, ernst zu nehmen und dann auch noch, womöglich unhinterfragt, also ohne das zwingende Warum, auch noch einfach so zu tun. Wenn niemand auf mich hören will, dann spreche ich vielleicht zu leise, vielleicht aber gibt es Gründe, oder auch – sehr beliebt in der Generation Kopf-Runter - gerade einen zwanghaften Impuls, das Smartphone als unerschöpfliche Inspirationsquelle der nörgelnden Stimme vorzuziehen, die womöglich einen Zugang zu dem verschaffen könnte, was die nervigen Erwachsenen „Realität“ nennen. Immerhin gibt es Länder, in denen man mit systematischem Nicht-auf-andere-Hören Präsident werden kann. Der eine oder andere wird sich mit dem Spruch trösten „wer nicht hören will, muss fühlen“. Die Natur geht da andere Wege. Die bringt uns so lange ins Schwitzen, bis das Blut zu kochen beginnt. Wer hört denn auf die Natur, das Gras wachsen und das Klima stöhnen? Das Lauschen will gelernt sein.

Donnerstag, 19. Juni 2025

Was ist ein Cochlea-Implantat? Informationsquellen

 Was ist eigentlich ein Cochlea-Implantat und wie funktioniert es?

Hier einige Informationsquellen:

 Was ist ein Cochlea-Implantat?

 Ein Film dazu:

 

Informationen der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e.V.:

Informationen zum Cochlea-Implantat 

 

Noch mehr Infos.... das Fachmagazin "Schnecke":

Basiswissen zum Cochlea-Implantat 

 

 

 

Mittwoch, 18. Juni 2025

Töne im Raum - Übung zum Richtungshören

 Ich sitze am Klavier und will ein kleines Werk produzieren. Die Töne sollen sich im Raum verteilen, deshalb bitte Kopfhörer aufsetzen. Es ist nicht so zart wie Mozart, nicht erschrecken. Ich habe zwar kein Klavier und kann auch nicht spielen, aber vielleicht geht es auch so. Also... aus welcher Richtung kommen die Töne, verteilen sie sich nun im Raum?

  Kleines Klavierkonzert

Apps für Audiotherapeuten

 Eine kleine Auswahl aus dem Google Play Store:

 

  • Spectroid

  • Schallmessung

  • Sound Analyzer Basic

  • Tonale Tinnitus Therapie

  • Entspannen Wasser

  • Hörtest

  • Hearing Test (Sennheiser)

  • HVTS - Hörverstehenstest

  • Schallquelle CI - Hörtrainer   

  • Function Generator

  • Das absolute Gehör

  • Konzentrationstraining

  • Groovepad - Music & Beatmaker

  • 40 Gartenvögel und ihre Stimmen


 

Das eine mag für den einen, das andere für die andere passen, sicher nicht alles für alle.

Und es muss nicht immer ein teures Abo sein.

Kann man Kommunikation trainieren?

Die sprechwissenschaftliche Forderung ist alt: Trainer brauchen eine Lizenz! Und das ist eben die Sprecherzieherprüfung, die es seit nunmehr...

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