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Energie erfahren: Kinderumweltprojekt

Über eine Pressemitteilung bin ich auf ein Umweltprojekt aufmerksam geworden, das bei Kindern das Verständnis für Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien am Beispiel der Windenergie wecken soll.

Das folgende Video zeigt, wie so etwas aussehen kann:

Energieautonomie

Erneuerbare Energie: eine Lösung für die Probleme des Klimawandels? Eine Perspektive, die zuwenig beachtet, zuwenig gefördert wird? Wäre es möglich, die gesamte Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen? Der Dokumentarfilm "Die 4. Revolution: Energieautonomie" läuft in Österreich und in Deutschland inzwischen in den Kinos. Hier der Trailer...



ARD-Filmtipp: die 4. Revolution
Freie Energie für alle (Interview mit dem Regisseur Carl A. Fechner)

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Wirtschaftswachstum und Ressourcen

Vor einigen Jahren war bereits von den Grenzen des Wachstums die Rede, es scheint, als sei Wirtschaftswachstum irgendwie immer mit dem Verbrauch von Ressourcen und damit auch größerer Umweltbelastung verknüpft. Einige sehen das anders - und ohne im einzelnen dazu Stellung nehmen zu können, weil mir dazu einfach der Einblick fehlt, möchte ich hier ein Video vorstellen, das bei diesem Thema ein Fragezeichen setzt.
Sehr konkret wird es dabei nicht. Wie kann nachhaltiges Wachstum aussehen, ressourcenorientiert und umweltverträglich? Zumindest scheinen einige traditionelle Vorstellungen ins Wanken zu geraten, die Vorstellung etwa, Wirtschaftswachstum ist immer gut, schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. Wirtschaft, Ökologie und Gerechtigkeit, wie passt das zusammen? Bedeutet Wirtschaftswachstum nicht irgendwie, dass mehr produziert wird? Die Statements stammen vom Round Table der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften am 1. März 2010 in der Station Berlin.



s. dazu auch:

Fahren mit Strom? Neues über Elektroautos


Probleme bei der Mindset Holding AG... eine solche Meldung stimmt nachdenklich. Neue Ideen haben es oft schwer, sich zu etablieren. Es muss sich eben lohnen, wirtschaftlich sein. Dabei sollte man davon ausgehen, dass umweltfreundliche Produkte auch gefördert werden und eine interessierte Anhängerschaft finden. So einfach ist das aber alles nicht. Wie steht es denn nun um die Elektroautos, wie weit sind sie entwickelt?

Ein kleiner Blick auf neue Modelle 2010



Wie man sieht: es gibt noch einige Probleme. Noch zwei Videos zum Praxistest.



Teil 2



Insgesamt lässt sich sagen, dass die Technik zwar wesentlich umweltfreundlicher ist - die praktischen Probleme (Reichweite, Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten etc.) sind noch groß. Schließlich bleibt auch die Frage offen, wie umweltfreundlich denn die Energie produziert wird, mit der sie betrieben werden. Bis Elektroautos Normalität auf den Straßen werden, wird also wohl noch einige Zeit vergehen. Immerhin: es bewegt sich etwas.


s. auch:
Mensch - Energie - Umwelt



Blogs - Einstellungen und Potentiale

Auswertung der Blogumfrage: Sind Blogs Ressourcen?
55 Stimmen wurden in einem Monat abgegeben, mehrere Antworten waren möglich. Das Ergebnis:


Blogs sind nutzlos

9 Stimmen (16%)

Bloggen bildet

11 Stimmen (20%)

Bloggen macht süchtig

9 Stimmen (16%)

Blogs sind nur
Selbstbespiegelung

20 Stimmen (36%)

Bloggen stiftet Gemeinschaft

12 Stimmen (21%)

Weiss nicht

4 Stimmen (7%)


65 Kreuzchen wurden gemacht, es gab also auch Leute, die mehreren Aussagen zugestimmt haben.
Gedanken zu den einzelnen Thesen:

Blogs sind nutzlos

Nutzlose Blogs gibt es auch. Insgesamt aber sind Blogs durchaus nützlich. Oder können es zumindest sein. Manche mehr, manche weniger, die Frage ist dabei auch: nützlich für wen?
Blogs können für Blogger nützlich sein oder für Leser - als Experimentierfeld können sie auch dann ihren Sinn haben, wenn man von aussen betrachtet wenig damit anfangen kann. Aber so richtig in Gang kommt das Bloggen erst, wenn es für beide Seiten auch etwas Nützliches mit sich bringt. Der Gedanke also: Blogs können nützlich sein, wenn man sinnvoll mit ihnen umzugehen weiß.

Bloggen bildet

Blogs haben Bildungspotential. Hinter dem Gedanken steht zunächst die persönliche Erfahrung, dass das Bloggen notwendigerweise zur Auseinandersetzung mit dem Medium Internet führt - und damit den Horizont erweitert, zur Entwicklung neuer Fertigkeiten führt. Etwas häufiger zu tun bringt auch Routine mit sich, kann also zu einem bewussteren Umgang mit der Sprache anregen. Aber auch das Lesen bietet Bildungsmöglichkeiten - wenn man nicht alles allzu sehr für baren Münze nimmt. Lesende können sich einen Eindruck verschaffen von dem, was andere so denken, womit sie sich beschäftigen, was ihnen wichtig erscheint. Es ist dabei nicht nur die reine Information, die einen Wert haben kann, sondern auch die Einsicht in verschiedene Sichtweisen, Auffassungen also, die man nicht alle teilen muss, aber als Grundlage der je eigenen Meinungsbildung heranziehen kann. Manches ist auch einfach unterhaltsam... und ich finde, auch das hat seinen Wert.

Bloggen macht süchtig

Auch hier denke ich, dass es darauf ankommt, wie man mit Blogs umgeht. Suchtgefahr besteht - und es scheint sinnvoll, sich gelegentlich daran zu erinnern, dass es auch ein Leben außerhalb des Internets gibt, dass die virtuelle Welt zwar durchaus real ist, aber eben nur einen Teil der Realität ausmacht. Für Blogger heißt das, dass es eben darum geht, das richtige, persönlich passende Mass zu finden.

Blogs sind nur Selbstbespiegelung

Diese These, die eine eher skeptische Haltung gegenüber Blogs zum Ausdruck bringt, hat (für mich erstaunlich) die meiste Zustimmung gefunden. In dieser Skepsis steckt aber ebenfalls Potential: als Selbsthilfemethode, als Anlass, bestimmte Themen aufzuarbeiten oder die Vergangenheit zu bewältigen, steckt auch hier Potential, das sich entwickeln und entfalten lässt. Umso mehr, wenn aus dem reinen Aufschreiben der eigenen Gedanken noch eine weitere Komponenten hinzu kommt: der Gedankenaustausch 'rund um den Blog'.

Bloggen stiftet Gemeinschaft

Immerhin: Rangplatz 2 - Bloggen birgt das Potential zur Gemeinschaft in sich. Wer über etwas schreibt, bringt damit zum Ausdruck: da gibt es ein Thema, das mich beschäftigt. Andere finden sich vielleicht darin, entdecken einen Anlass, sich dazu zu äußern. Kommentare, ergänzende Netzwerke wie Twitter oder Facebook können Kontakte ermöglichen, Bezugspunkte für den Gedankenaustausch oder auch Plaudereien sein. Nicht zu vergessen: Foren, die sich auf die Plattform selbst beziehen oder im Umfeld von Blogs verlinkt sind, bieten weitere Möglichkeiten, Kontakte aufzubauen und zu pflegen.
Insgesamt bietet das Bloggen ein großes Potential - auch wenn es noch wenig erkannt und keinesfalls vollständig ausgeschöpft ist.

s. auch:

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Blogumfrage: noch 3 Tage!

3 Tage sind es noch, dann wird die Umfrage zum Thema "Blogs" beendet sein. 50 Stimmen sind abgegeben worden. Keinesfalls repräsentativ, ein Meinungsbild eben, aber es gibt einige Aussagen, die man gut begründen kann. Die einfachste ist: die Meinungen gehen auseinander. Und - es gibt interessante Verschiebungen. Nach wie vor hat die Aussage "Blogs sind nur Selbstbespiegelung" die meisten Stimmen, aber es sind inzwischen weniger als 40 Prozent.
Argumente kamen nicht sehr viele dazu...
Also: es darf noch abgestimmt werden, insgesamt möchte ich aber vor allem dazu anregen, über den Sinn und Unsinn des Bloggens nachzudenken. Und vielleicht - Schlussfolgerungen zu ziehen, was den sinnvollen Umgang mit Blogs (als Blogger/in und Leser/in) betrifft.

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Selbstkontrolle ist ansteckend

Braucht man ein Studium der Psychologie, um zu der Einsicht zu gelangen, dass Menschen sich gegenseitig beeinflussen? Und dabei so manches übernehmen, was sie bei anderen beobachten? Vielleicht nicht. So manches Detail wirft dann aber doch Fragen auf... wie ist das eigentlich mit der Selbstkontrolle, ist das ein individuelles Muster bei dem man sagen kann, dass manche eben mehr, andere weniger davon haben? Mit Selbstkontrolle ist hier ein Verhaltensmuster gemeint, zu dem auch Selbstbeobachtung gehört - also ein bewusster Umgang mit dem eigenen Verhalten als Gegenstück zum 'Sich-Gehen-Lassen". In Experimenten mit mehreren Hundert Freiwilligen wurde untersucht, welchen Einfluss 'die anderen' haben. Einblendungen der Namen von Personen, die ein hohes oder geringes Mass an Selbstkontrolle aufweisen, genügen schon - 10 Millisekunden reichen aus, um Verhaltenseffekte auszulösen.
Wer an Leute denkt, die sich selbst gut kontrollieren können, gewinnt auch selbst mehr an Selbstkontrolle - wer dagegen an Leute denkt, denen so manches eher schnuppe ist, verliert an Selbstkontrolle. Beide Effekte sind ansteckend.
In verschiedenen Studien zeigte sich, dass Versuchspersonen durch den Vergleich mit anderen, die ein hohes Mass an Selbstkontrolle aufweisen...
  • ...länger durchhalten, wenn es um schwierige Aufgaben geht,
  • ...gesündere Ernährung bevorzugen, wenn sie gesundes Essverhalten beobachten,
  • ...in Tests ein höheres Mass an Selbstkontrolle zeigen, wenn sie auch nur unterschwellig an Freunde erinnert werden, die eine Vorbildfunktion haben,
  • ...mehr Selbstkontrolle zeigen, wenn sie über einen Freund einen Aufsatz schreiben, der über ein hohes Mass an Selbstkontrolle verfügt,
  • ...Wörter schneller erkennen können, die mit Selbstkontrolle zusammen hängen.

Die Studien zeigen verschiedene Fragmente in unterschiedlichen Verhaltensbereichen - der Ansteckungseffekt ist dabei durchgängig. Das alles nimmt dem Einzelnen nicht die Verantwortung ab - aber es erklärt, warum es manchmal leichter oder schwerer ist, Versuchungen zu widerstehen oder das zu tun, was man sich vorgenommen hat. Wer Selbstkontrolle praktiziert, hilft auch anderen, mehr Kontrolle über ihr Verhalten zu entwickeln.


Quelle:

University of Georgia (2010, January 18). Self-control, and lack of self-control, is contagious. ScienceDaily. Retrieved January 18, 2010

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Netvibes und Informationsmanagement

Ein neues Design, Ergänzungen und Verschiebungen: mein Netvibespage ist jetzt überarbeitet und hat ein neues Tab: TV. Erstmal macht es ja Arbeit, die Feeds auszusuchen, neue Widgets zu basteln und zu überlegen, in welcher Darstellungsform und in welcher Anordnung sie dargestellt werden sollen. Aber langfristig spart man sich damit Suchzeiten - denn manche Dinge sind eben nicht so leicht zu finden und schließlich hat man ja nicht zu jeder Zeit für alles einen Kopf. Längere Podcasts etwa, Themen, die anspruchsvoller sind dann zu hören, wenn es zeitlich und kopfmäßig passt - das ist ein wichtiger Gedanke dabei.
Im Prinzip ist es einfach: bei www.netvibes.com anmelden, Seite erstellen und Widgets einfügen. Einige liegen bereits vor, über die RSS-Feeds lassen sie sich schnell selbst gestalten.
Darstellen lassen sie sich als Headlines (also nur Überschriften), als Ticker, im Magazinformat, in unterschiedlicher Größe und mit mehr oder weniger Details. Podcasts können direkt abgerufen werden. Anstatt auf mehreren Seiten zu stöbern, wo es Neues und Interessantes gibt, genügt eine einzige - schön übersichtlich, wenn die Angelegenheit gut organisiert ist.





Bloggen hat Potential - und Suchtpotential

Die Frage war schon einmal da... macht Bloggen süchtig? Manche packt es, es kribbelt in den Fingern, und wenn die Statistik dann nicht (mehr) so toll aussieht, entsteht schon beinahe eine Krise oder zumindest ein Fragezeichen.

Der folgende 'Test' ist ja im Grunde mehr ein Spass, aber wer mag, kann sich ja einmal testen:

65%How Addicted to Blogging Are You?Created by OnePlusYou - Free Dating Sites


Die Frage nach Ressourcen: Blogs sind Ressourcen. Bloggen ist eine Ressource. Blogs haben Bildungspotential. Blogs stiften Kontakte. Blogs ermöglichen Erfolgserlebnisse. Bloggen kann viel Spass machen. Blogs ermöglichen Meinungsaustausch und erweitern den Horizont. Keine Frage: es stecken viele Möglichkeiten drin. Aber eben auch Gefahren.
Wie in vielen Dingen geht es immer wieder um das 'gesunde Maß', eine angemessene Haltung, die Frage nach einem sinnvollen Umgang mit Blogs. Im Zusammenhang mit Statistiken liegt das Thema 'Erfolgskriterien' nahe: sind die Top-Blogs wirklich diejenigen, die am meisten Besucher haben? Was die Qualität eines Blogs betrifft, gehen die Meinungen auseinander... das Nachdenken über die Potentiale, die mit dem Bloggen verbunden sind, geht dann aber doch in andere Richtungen. Ob Text, Erlebnisbeschreibung, Gedicht oder Kurzgeschichte, ob über Theorie oder ein Videopost... Blogbeiträge können dazu dienen, etwas aufarbeiten, sich Klarheit zu verschaffen, etwas auszudrücken. Und das hat, wie ich meine, einen Wert an sich. Ob es nun gelesen wird oder nicht - manche finden sich darin, schreiben vielleicht einen Kommentar. Blogs sind eine Möglichkeit, sich auszudrücken und mitzuteilen - und der Effekt, dass dabei etwas klar wird, Gedanken sortiert, geklärt, strukturiert und geordnet werden, ergibt sich beim Schreiben selbst. Bloggen ist potentiell eine Möglichkeit der Selbsthilfe - auch ohne Leserschaft.
Aber es geht ja nicht immer und überall um persönliche Erlebnisse, sondern auch um das, was 'da draussen' in der Welt geschieht. Also... Bloggen kann dazu anregen, sich kundig zu machen, zu recherchieren, Zusammenhänge herzustellen und interessegeleitet das zu tun, was Journalisten eben auch so tun. Bloggen bildet - beim Lesen und beim Schreiben. Wenn es auch nicht unbedingt so professionell und so gefährlich ist wie bei jene, die aus Krisengebieten berichten. Immerhin befindet sich das Krisengebiet für manche ja im eigenen Innern. Da ist der Weg dann nicht so weit... oder doch?
Spannend wird es natürlich, wenn ein Blog schon längere Zeit besteht. Dann lässt sich nachlesen, was 'damals' war, es lässt sich nachlesen, was wann wichtig war und welche Gedanken zu dieser Zeit aktuell waren. Früher oder später werden Blogs als Lebenszeugnisse auch Gegenstand der Forschung sein, Zeitzeugnisse, die sich für Analysen, Fallstudien, Längsschnitte eignen und als Dokumente dienen werden, wie sich Zeitgeschichte im individuellen Bewusstsein verschiedener Personen spiegelt. Bei Blogs, die längere Zeit bestehen, lässt sich eine oft erstaunliche Entwicklung von Kompetenzen beobachten - hier und da kleine Korrekturen, Experimente, Ergänzungen und vor allem Übung. Zunächst sind die Fertigkeiten im Umgang mit dem Medium PC, Blog und Internet ein Entwicklungsfeld. Und dann zeigt sich die Übung im Schreiben, potentiell auch die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Netzwerke enstehen und wer geschickt damit umzugehen weiss, findet wesentlich schneller als je zuvor interessante neue Informationen über alle möglichen Dinge. Kann schneller und direkter vergleichen, ergänzen, kommentieren - und damit auch weiter entwickeln, was sich als Idee zeigt. Ideen wie das Co-Counseling und Co-Blogging sind noch längst nicht ausgereizt... Netzwerke sozialer Unterstützung und Kooperation sind vielleicht in ihrer Bedeutung noch kaum erkannt. Das wissenschaftliche, innovative, soziale, politische und auch das therapeutische Potential, das in all diesen Entwicklungen steckt, schlummert gewissermassen noch so vor sich hin, bricht aber stellenweise schon deutlich durch.

Bloggen erfordert aber auch ein gewisses Mass an Selbstkontrolle - denn die Eigendynamik, die sich daraus entwickeln kann, ist nicht unproblematisch. So gesehen ist es ein gutes Zeichen, wenn der eine oder die andere einmal eine Pause einlegt, sich vom Schielen auf Besucherzahlen und ähnlichen Erfolgskriterien distanziert. Denn Bloggen kann das Leben zwar bereichern - aber es ist eben nur ein Teil des Lebens, nicht das Leben selbst.
 
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Lösungsorientierung und Ressourcen

Über Ressourcen nachzudenken, das hatte ich mir vorgenommen. Früher oder später muss hier auch die lösungsorientierte Kurztherapie zur Sprache kommen. Sie gehört zwar nicht zu den anerkannten Therapieverfahren, aber grundsätzliche Gedankengänge lassen sich auch in verhaltenstherapeutische Konzepte integrieren. Im Grunde auch in tiefenpsychologische Ansätze, dort aber würde der Begriff Ressourcenorientierung besser passen. Und jener Begriff (Ressourcenorientierung) taucht, oh Wunder, seit einigen Jahren auch in der Verhaltenstherapie auf. Aber dazu an anderer Stelle mehr...
Lösungsorientierung. Es hat etwas Konstruktives, bildet ein Gegengewicht zur typischen Defizitorientierung in der Psychotherapie. Es scheint, als seien Probleme wichtig, Kritik nötig, als müsse man Diagnostik verstehen als Problemanalyse. Diagnosesysteme wie das ICD-10 wimmeln nur so von vielen Dingen, die defizitär, eingeschränkt, gestört und sonst was sind. Und - ob nun durch freie Assoziation, die Analyse von Grundkonflikten nach der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (oder auch der älteren Strukturdiagnostik), mit der Verhaltensanalyse oder dem Bemühen um die Erkenntnis dysfunktionaler (maladaptiver) Schemata... immer geht es um das, was fehlt, nicht geht, schwierig oder krank ist. Es geht um Probleme, und dabei treten Lösungsansätze, die vielleicht schon vorhanden sind, sich andeuten oder bereits gären, leicht in den Hintergrund. In der Medizin gibt es eine ähnliche Gegenbewegung zur Pathogenese: die Salutogenese als Ansatz, mehr die Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen.
Man kann nach Problemen fragen oder Lösungen suchen, den Blick auf das Gestörte oder Kranke richten oder danach fragen, was Gesundheit ist und wie sie sich fördern lässt. Andere beurteilen und kritisieren, ihnen Vorwürfe machen, weil sie dieses oder jenes falsch machen - oder nach Potentialen fragen, die sich fördern lassen. Auch auf der internationalen Ebene (bezogen auf die Frage des Klimawandels) gab es natürlich viele Mängel zu entdecken... und jede Menge Ansatzpunkte für Kritik. Lösungsorientiert zu denken, das führt auch auf dieser Ebene schneller zur Frage nach Ressourcen - erneuerbare Energien, Wind und Wasser zum Beispiel. Auf unterschiedlichen Ebenen zeigen sich ähnliche Muster und es scheint, als sei hier wie da wesentlich mehr gewonnen, wenn man nach Lösungen sucht als sich beständig nur um die Problematik zu bemühen und zu dem Schluss zu kommen, dass doch alles ganz furchtbar ist. Oder werden wird. Zumal der Klimawandel und die globale Erwärmung im Moment nun wirklich nicht zum Wetter passt. so als würde die Erde erstmal eiskalt zurück schlagen wollen, bevor sie uns ordentlich einheizt...

Wenn in Deutschland der Begriff 'Kurztherapie' fällt, dann sind damit 25 oder 40 Sitzungen gemeint. Aus ursprünglich sechs Sitzungen wurden in der systemischen Kurztherapie schließlich nur noch fünf. Fünf Sitzungen - allerdings mit einem recht aufwendigen Rahmen. Vor allem aber: mit einem sehr stark konzentrierten Blick. Das funktioniert nicht immer, nicht bei allen Störungen, aber der Kern, die Grundgedanken - die lassen sich immer wieder als Orientierungsmarke heranziehen, wenn die Analyse einer bestimmten Problematik sehr umfangreich und beinahe uferlos wird. Man kann lange Zeit in der Vergangenheit suchen und Vieles dabei finden - und man kann Dutzende von Verhaltensanalysen anfertigen, um immer wieder neue Probleme zu entdecken.

Und nun... eine einfache Frage aus der Kurztherapie:

Nehmen wir an, das Problem wäre gelöst, was wäre dann anders?
 
Die Frage ist sehr allgemein gehalten - es ist völlig unklar, um welches Problem es sich handelt, es ist unklar, ob der Fragende überhaupt eine Ahnung davon hat, worum es sich handelt. Man kann eine solche Frage auch dann stellen, wenn das Problem irgendwie peinlich oder sehr kompliziert ist. Vielleicht würde es viele Stunden dauern, um das Problem überhaupt zu verstehen, auch nur annähernd zu erfassen, was alles wie und warum und wie lange schon damit zusammen hängt, welche Rolle dieser oder jener in der Geschichte damit zu tun hatte und überhaupt...
Lassen wir das Problem einmal beiseite. Wäre es gelöst, wäre etwas anders. Und das, was anders wäre... gibt vielleicht einen Hinweis auf einen Weg. Dass mit einer solchen einfachen Frage schon alles fertig und parat 'auf dem Tisch liegt', will ich nicht behaupten.
Aber es scheint, als würde sich so manches verändern, wenn mehr Energie auf die Frage gelenkt würde, wie eine Lösung aussehen könnte. Und überhaupt... woher wissen wir eigentlich, dass zuerst das Problem und dann die Lösung kommt?


Literatur:

Steve de Shazer (1995). Der Dreh. Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie. 4. Auflage. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme-Verlag.



s. auch:

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Berliner Kurven oder: wer ist gut in Mathe?

Als Denkanstoss zunächst ein Ausschnitt mit Manfred Spitzer...



Der Ausschnitt verkürzt die Problematik erheblich, ist aber gerade deshalb leichter zu verstehen.
Im Prinzip geht es um die Frage, 'wie erkläre ich mir etwas?'. Und das lässt sich natürlich auch auf ganz andere Dinge übertragen als nur auf die Frage, wer gut in Mathematik ist und warum.
Vereinfacht: die Erklärung "das ist Begabungssache" legt den Schluss nahe, dass sich Anstrengung NICHT lohnt, die Erklärung "das ist Übungssache" legt den Schluss nahe, dass Übung auch Erfolg, sprich bessere Noten mit sich bringt. Nun tauchen bei Rotter auch noch "Zufall" und "Aufgabenschwierigkeit" auf, aber auch damit sind noch längst nicht alle Faktoren erfasst, die beim Lernen eine Rolle spielen.
Aber eines kann man festhalten: wer fördern will, sollte Attributionen auf 'mangelnde Begabung' vermeiden. Denn damit wird jeder Motivation der Boden entzogen. Warum sollte ich mich anstrengen, wenn ich sowieso zu doof bin? Trotz alledem... ist es auch eine Frage, wie die Dinge erklärt werden. Sehr plastisch ist zum Beispiel die Antwort auf die Frage 'was ist Leere': "Ich hab's im Kopf, aber ich kann's nicht sagen...". Anschaulich auch die Definition: "Eine Wendeltreppe ist eine Treppe, die wendelt." Darunter kann man sich doch etwas vorstellen oder? Buchstäblich genommen hat Julia aus Berlin den 'Rechenweg': die Kurvendiskussion in Berlin-Kreuzberg zeigt, womit man hier rechnen muss...

Berliner Kurvendiskussion/Auf dem Boden der Tatsachen/Urban MINT from Witja on Vimeo.



Die Diskussion der Kurve in der Kurve... und das, ohne überfahren zu werden. Das ist Kunst!

Linkhinweis:

Eine ausführliche, aber nicht ganz einfache Darstellung zur Attribution im Leistungsverhalten (locus of control) findet sich bei Werner Stangl.



Kann man Kommunikation trainieren?

Die sprechwissenschaftliche Forderung ist alt: Trainer brauchen eine Lizenz! Und das ist eben die Sprecherzieherprüfung, die es seit nunmehr...

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