Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Samstag, 15. August 2009

Qualitätskriterien für Blogs


Was könnten sinnvolle Kriterien für die Qualität eines Blogs sein?
Einen Artikel zur Qualität eines Blogs möchte ich hier aufgreifen, die Darstellung der Kriterien wurde ergänzt und überarbeitet. Messbare Kennzahlen wie Besucherzahlen, Pagerank, Gesamtzahl der Beiträge etc. sind hier zunächst nicht aufgenommen.

1. Originalität
Also - etwas Eigenes, die eigene Meinung, eigene Erfahrungen, Bilder, Videos, Musik, Berichte... etwas, das sonst nicht oder nicht so leicht zu finden ist. Logischerweise geistern aktuelle Themen meist kreuz und quer durch die Blogosphäre und finden in zahlreichen Beiträgen ihren Niederschlag. Im Gegensatz zu Tageszeitungen, in denen mehr oder weniger überall dasselbe steht, bieten Blogs mehr Raum für Kommentare, Meinungen, Ergänzungen usw. Aktuelles kann also durchaus originell sein - wenn sich ein Beitrag nicht nur auf die reine Wiedergabe von Fakten beschränkt.
Originalität und Aktualität hängen zusammen - sind aber nicht notwendigerweise miteinander verbunden, wenn mit Aktualität der Bezug auf aktuelle Ereignisse gemeint sein soll.

2. Unterhaltungswert
Hier dürfte der Geschmack deutlich zu Buche schlagen... was für wen unterhaltsam ist, das ist eben Geschmackssache. Ob Unterhaltungswert ein sinnvolles Qualitätskriterium für Blogs ist, hängt vom Blogkonzept ab - Scienceblogs etwa, denen es mehr um sachliche Information bzw. wissenschaftliche Darstellungen geht, können auf Unterhaltungswerte eher verzichten. Trotz allem lockern Bilder, Videos, Anekdoten und Ähnliches die oft trockene Materie auf. Verfeinern lässt sich dieser Ansatz als blogspezifisches Infotainment.

3. Übersichtlichkeit
Zur Übersichtlichkeit gehört eine gewisse Struktur... zu viel Information und Durcheinander, bei dem nicht mehr erkennbar ist, was nun wohin gehört, wird manche Leser abschrecken. Nützliche Instrumente sind dabei Kategorien, Inhaltsverzeichnisse und Angaben über "ähnliche Themen" am Ende von Blogbeiträgen. So wird erkennbar, in welchen Zusammenhang ein Beitrag gehört.

4. Regelmäßigkeit der Beiträge
Vergleicht man ein Blog mit einer Zeitung, liegt Regelmäßigkeit als Qualitätskriterium nahe. Ganz unproblematisch ist dieses Kriterium aber nicht - denn früher oder später zeigt sich deutlich, dass manche Beiträge nur dazu dienen, überhaupt etwas zu publizieren. Wie lange kann der letzte Beitrag zurückliegen, bis ein Blog uninteressant wird? Inhalte, die sich nicht auf aktuelle Ereignisse beziehen, können sehr lange interessant bleiben - auch hier also scheint die Betrachtung im Zusammenhang des Blolgkonzepts sinnvoll. Die Tageszeitung von gestern interessiert kaum jemand... informative Artikel zu einem Thema können dagegen lange Zeit auf Interesse stossen.

5. Informationswert
Auch wenn es für die Mehrzahl nicht das wichtigste Kriterium ist - wer sich für ein bestimmtes Thema interessiert, schätzt den Informationswert. Also gut recherchierte Artikel, die Substanz haben, Quellen angeben, fundiert sind. Nun gibt es ja in jeder Disziplin so etwas wie "gesichertes Wissen", also einen allgemein akzeptierten Grundbestand und Bereiche, in denen mehrere Ansätze, Standpunkte und Aufassungen existieren. Für Laien dürfte es oft schwer sein, zwischen gesichertem Wissen und Hypothesen, Meinungen und persönlichen Standpunkten zu unterscheiden. Hilfreich dürfte es also sein, deutlich zu markieren, wo die Fakten aufhören und die Meinung beginnt...

6. Design
Ein schwieriges Kriterium... was ist ein "gutes Design"? Suche ich nur nach Information, kümmert mich das Design wenig. Aber ein schöner Hintergrund, ein ansprechender Seitenaufbau - das hat was. Darüber lässt sich vielleicht lange diskutieren. Von "schlicht und funktional" bis "komplex und aufwendig" reicht die Palette, die nicht nur eine Frage des Geschmacks ist. Im Zusammenhang mit Design und Layout spielt die Ladezeit eine Rolle - je mehr Elemente, Widgets, Maps etc. eingebaut sind, umso mehr verlängert sich die Zeit, die vergeht, bis alle Details von verschiedenen Servern zusammen gesammelt sind. Hier stellt sich wieder die Frage der Übersichtlichkeit.

7. Stil und Rechtschreibung
Wieder ein komplexes Thema... was ist ein guter Stil? Auch darüber lässt sich viel nachdenken...
Nicht selten finden sich in einem Blog mehrere Stile gleichzeitig - auch das kann ein Blog interessant machen. Rechtschreibung sollte mit dem Blick auf Suchmaschinen wichtig sein, aber auch im Interesse jener liegen, die ernst genommen werden wollen.

8. Interaktivität
Mit dem Stichwort "Interaktivität" sind Elemente gemeint, die Kontakt und Austausch ermöglichen - in der Form von Kommentaren, Nachrichten oder E-Mails. Detailfragen beziehen sich auf die Zugänglichkeit der Kommentarfunktion (mit oder ohne Kennwort, Anmeldung usw., Moderation, Häufigkeit und Zeitnähe, mit der Kommentare beantwortet werden), aber auch auf den Aspekt der Bezugnahme auf Kommentare bzw. Artikel in anderen Blogs.

9. Blogkonzept
Zum Blogkonzept gehört auch die Frage des Wiedererkennungswertes - ziehen sich bestimmte Themenfelder wie ein roter Faden durch ein Blog, entsteht ein blogspezifischer Erwartungshorizont, gewissermassen eine "Marke".

Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung und Diskussion:

  • Welche Kritierien sind besonders wichtig?
  • Wie lassen sich die einzelnen Kriterien beurteilen?
  • Welche davon lassen sich messen, welche nicht?
  • Welche Bedeutung haben messbare Werte wie Besucherzahlen etc.?
  • Welche Rolle spielen Impressum, Autoren usw.?
  • Hat Werbung einen Einfluss auf die Qualität eines Blogs? Wenn ja, welchen?
  • Welche Wünsche ergeben sich für die Qualitätsverbesserung von Blogs...
  • ...als Blogger
  • ...als Leser
  • ...an Plattformbetreiber?
  • Fehlen in der Aufstellung wichtige Kriterien (es können auch persönlich wichtige Kriterien sein!)?

Kommentare:

  1. Punkt 9 ist für die Qualität eines Blogs nicht unbedingt notwendig...am Ende kommt es auch auf das richtige Quäntchen Glück an.

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  2. @ WiseStatements: es ist sicher kein Zufall, dass der Gedanke an ein Blogkonzept erst später auftauchte... Ich glaube, dass sich die wenigsten hinsetzen und erstmal ein Konzept ausarbeiten. Nun habe ich mir mal die Seite wisestatements.de angesehen und finde ein klares Design, inhaltliche Schwerpunkte und eine Perspektivendefinition durch den Untertitel "meine Gedanken". So etwas meine ich mit "Konzept" - mir scheint, da steckt Einiges an Überlegung und Mühe dahinter. Es ist dann eine subjektive Bewertung, genau dieses als Qualitätsmerkmal zu betrachten. Den Seitenschieber finde ich originell, das hat nicht jeder... es gibt dem Blog eine persönliche Note. Ist das alles nur Glück oder war das Quäntchen Glück eher auf den Erfolg des Blogs, sprich Leser und Kommentare, bezogen?

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  3. Ja, ich persönlich habe, bevor mein Blog gestartet ist, die Sache eine Woche geplant, und zwei Wochen mit Artikeln versorgt, damit ich mit Inhalt online gehen kann. Mit dem richtigen Quäntchen Glück war tatsächlich der Erfolg des Blogs gemeint. Es gibt sicherlich tausende supergute Blogs, bei denen es mit den Lesern nicht wirklich klappt.

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