Posts mit dem Label Satire werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Satire werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 18. November 2012

Rad ab? Vorurteile gegen Psychologen


Summary: In einer empirischen Studie wurden weit verbreitete Vorurteile und ihre Kovarianz mit dysfunktionalen Prozessen in der Psychotherapie untersucht. Aus mehr als dreihundert digitalisierten Therapieprotokollen wurden außerdem die relevantesten Vorurteile extrahiert und in 1587 Supervisionsstunden bis zum Erbrechen reflektiert. Es ist A. Schnurz und B. Piepegal ein wichtiges Anliegen, die Auflösung der Vorurteile voranzutreiben und die noch ungeklärten Fragen zu beantworten.

Stimmt es, dass Psychologen alle ein Rad ab haben?


Schnurz & Piepegal: „gelegentlich ja“. Vor allem, wenn ein Reifen platt ist, neigen Psychologen in ähnlicher Weise wie andere Akademiker, Nicht-Akademiker und Möchtegern-Akademiker dazu, das entsprechende Rad zu Reparaturzwecken zu entfernen. Empirische Studien haben gezeigt, dass sich Fahrzeuge mit plattem Reifen signifikant langsamer bewegen und die Funktionalität selbiger Gegenstände am besten durch das Dissoziieren des runden Teils vom Rest des Fahrzeugs wieder hergestellt werden kann. Also: „Rad ab, wenn es sein muss“ (Schnurz & Piepegal, a.a.O, S.197).

Haben alle Psychologen einen Hammer?

„Diese Hypothese konnten wir nicht bestätigen“, aber das ist A.Schnurz & B.Piepegal folgend nur eine Seite. Denn manche haben tatsächlich einen Hammer und rationalisieren die Anwendung dieses Werkzeugs mit der Kognition, die Fähigkeit unter Beweis stellen zu wollen, trotz des akademischen Hintergrunds einen Nagel in die Wand schlagen zu können. In der Tat zeigte ein nicht unerheblicher Teil der untersuchten Therapeutenbüros an der Wand hängende Bilder. Die Schlussfolgerungen sind A.Schnurz und B.Piepegal klar: dort musste jemand sein, der einen Hammer hat. Oder zumindest jemanden kennt, der einen Hammer hat.

Stimmt es, dass Psychologen nicht mehr alle Tassen im Schrank haben?

Diese Frage ließ sich in der empirischen Studie aus der Beobachtung von 537 Therapeutenbüros über einen Zeitraum von 2 Wochen ganz klar beantworten. Schnurz und Piepegal: „Ja, das stimmt, weil sie eine davon zum Kaffeetrinken brauchen.“ Bei Teetrinkern gilt die Kausalität in analoger Weise.

Mit einer multivariaten Varianzanalyse konnten die Autoren Zusammenhänge zwischen Art und Ausmaß der Vorurteile auf Patientenseite sowie konstruktiven bzw. dysfunktionalen Prozessen in der Psychotherapie ermitteln. Das Vorurteil „Rad ab“ reduzierte signifikant die Therapiemotivation bei Patienten, die Angst vor dem Autofahren hatten. Widersprüchliche Ergebnisse ergaben sich beim zweiten Vorurteil: bei manchen Patienten wirkte sich die Anwesenheit eines Hammers nicht auf den therapeutischen Prozess aus, bei Abwesenheit könnte ja schließlich der Nachbar gefragt werden. Patientinnen neigten eher dazu, die Beine beim Anblick eines Therapeutenhämmerchens übereinander zu schlagen und die Überprüfung des Kniesehnenreflexes zu erwarten. Bezüglich des dritten Vorurteils zeigten sich ebenfalls keine Effekte, sofern den Psychologen eine gewisse Privatsphäre zugestanden wurde. Wenn Besenkammer und Küchenschrank tabu sind, wird die Anzahl der sich dort befindlichen Schachteln, Schrauben und Tassen nach A.Schnurz und B.Piepegal irrelevant.

Literatur:

SCHNURZ & PIEPEGAL (2012). Rad ab? Vorurteile gegen Psychologen und ihre Kovarianz mit dysfunktionalen Prozessen in der Psychotherapie. Berlin, Ouagadudu, Los Angeles: Sure Camp Press.

***

Samstag, 9. Juli 2011

Miss Leading oder: Irre Führung

Wie man Mitarbeiter aus dem Häuschen bringt.... Vorab: alles ist frei erfunden, Satire, gar nicht wahr, beruht aber leider auf wahren Geschichten frustrierter, depressiver, ausgebrannter Menschen, subjektiv gefärbt natürlich. Und zum Teil durchaus selbst in einer Führungsposition, trotzdem gebeutelt durch wachsendes Arbeitstempo, Kostendruck und oft genug schlicht unerreichbarer Vorgaben, zurechtgestrubbelt durch eigens fürs "Niedermachen" trainierte Kontrolleure, bis sie schließlich in einer Klinik landen und dort feststellen, dass irgend etwas schiefgelaufen ist, das Gesamtproblem aber nicht ganz und gar in der eigenen Person zu finden ist. Hinter dem Kampf zwischen "Müssen" und "Nichtmehrkönnen" schimmert die Einsicht, dass der Druck nicht nur von innen sondern (wie so manch anderes Gute) auch von oben kommt. Da drängt sich vielleicht die Schlußfolgerung auf, dass Vorgesetzte Vorgesetzte heißen, weil sie ihren Mitarbeitern ständig (und immer wieder etwas Neues) vor-setzen, anstatt hinter ihnen zu stehen und einfach dafür Sorge tragen, dass jene ihre Arbeit machen können. Und möglichst (so ein weit in eine ferne und kaum vorstellbare Zukunft hineinweisender Wunschtraum) dabei auch noch Rücksicht auf deren Gesundheit nehmen. Alles andere ist "Misleading", Irre(-)Führung also. Und dabei muss es sich keineswegs um eine Miss (oder Mistress) handeln, Männer können sowas auch.
Miss Leading: das ist die personifizierte Kunst, Mitarbeiter bis an den Rand der Verzweiflung zu bringen - und darüber hinaus. Mit der Diagnosestellung "Arbeitsplatzkonflikt" oder auch "Burnout" sind die möglichen Folgen gut beschrieben, kaum aber die Wurzeln und die Details, erst recht nicht die Strategien als Bestandteil der Kunst, mit alledem irgendwie fertig zu werden.
Zunächst aber zu den Regeln, an denen sich Mister oder Miss Leading am besten orientieren...


1. Verlangen Sie von Ihren Mitarbeitern stets das Äußerste, das absolute Maximum des Möglichen.

2. Setzen Sie das Optimum als Normalität und konfrontieren Sie die Zurückgebliebenen mit der Bemerkung: "die anderen schaffen es ja auch".

3. Falls es jemand wagen sollte, darauf hinzuweisen, dass etwas "nicht geht", kontern Sie mit: "Sie müssen das schaffen".

4. Denken Sie daran, dass es nur um drei Dinge geht: Umsatz, Umsatz und Umsatz. Wovon schließlich wird Ihr Gehalt bezahlt?

5. Verantwortung hat man als Führungskraft nicht - man nimmt sie seinen Mitarbeitern weg. Wenn etwas schief gehen sollte, kann man sie ja immer noch zurückgeben...

6. Geben Sie Druck von oben stets unreflektiert nach unten weiter. Sie werden schließlich fürs Führen bezahlt, nicht fürs Denken.

7. Kurbeln Sie das Hamsterrad einfach nur an. Wenn die Mitarbeiter erstmal schnell genug laufen, dreht es sich ganz von allein immer schneller.

8. Außerhalb der Arbeit gibt es nichts, darf es nichts geben.

9. Verwenden Sie möglichst häufig das Wörtchen "MUSS". Das muss so sein, das alles muss erledigt werden. Was irgendjemand will ist irrelevant, Widerstand ist zwecklos. Alles Wollen wird assimiliert.

10. Sollten ab und zu Mitarbeiter völlig erledigt zusammenbrechen, denken Sie an das gute Werk, das Sie hiermit für die therapeutische Zunft und die Pharmaindustrie getan haben.


Sie werden bald erkennen, wohin die Ideologie des absolutistischen Perfektionismus führt. Echt irre!
Noch etwas: beschäftigen Sie sich auf gar keinen Fall mit konstruktiven Führungsansätzen oder Prinzipien ermutigender Kommunikation.
Ihre Mitarbeiter könnten womöglich zu reifen Persönlichkeiten mit gesundem Selbstwertgefühl werden. Was sollten Sie dann noch kritisieren, aus welchen Quellen ihre Überlegenheit und Führungslegitimation beziehen?

*

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Innovatives Kalenderkonzept zur Wachstumsförderung

Die Kirchen in Deutschland haben ein innovatives Kalenderkonzept zur Wachstumsförderung beschlossen.  
Heute, am 2. Dezember, ist bereits der 2. Advent! Damit wird am bisherigen 2. Advent bereits der siebte Advent sein, Weihnachten fällt also mit dem 24. Advent zusammen, entsprechend sind logischerweise 24 Kerzen anzuzünden. Es wird dabei so hell, dass keinerlei Strom mehr gebraucht wird und die Kerzenindustrie aufblühen wird. Das Wachstum wird damit buchstäblich und in seinem ursprünglichen Wortsinn gefördert.
In buddhistisch angehauchten Kreisen wurde entsprechend die Weiterentwicklung des so genannten Care-Zen vorangetrieben, der als begleitende Adventsmeditation die klassische Kerzenübung mit einem an einen Generator verbundenen Pedal koppelt - im Internet wird also nicht mehr wie bisher mit einem Brett gesurft, sondern mit einem Internetpedal. Adventssurfer, die sich dieser Geräte bedienen, schwimmen also gegen den Strom, indem sie die für den Betrieb ihres PC nötige Energie selbst produzieren. Die Google-mal-da-Corporation produziert derweil Deckenmonitore. Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen wurde in einer Landwirtschaftsenzyklika das Rülpsen einer Kuh zur Sünde erklärt - mit dem so gesparten Methan sollen künftig Kraftfahrzeuge angetrieben werden. Mit diesem innovativen Kuhkonzept (kurz 'IQ') sollen außerdem durch den Beichtbedarf der eben doch rülpsenden Kühe wieder mehr Besucher in die Kirchen kommen. Und natürlich spenden. Schließlich muss der gestiegene Kerzenbedarf ja irgendwie finanziert werden.

*

Montag, 5. Oktober 2009

Das FDP-U-Boot

Unbestätigten Gerüchten zufolge hat die FDP ein neues U-Boot in Betrieb genommen, das alle Dokumente, die Rückschlüsse auf irgendwelche Aussagen VOR der Wahl ermöglichen könnte, in Sicherheit bringen soll. Das U-Boot ist natürlich gelb. Nur - ob ein Tattoo drauf ist, ließ sich noch nicht erkennen. Inzwischen sind einige Journalisten untergetaucht, um nach der verborgenenen Position des U-Bootes zu forschen und über zukünftige Positionen zu verhandeln.

Das folgende Video zeigt einen Bericht über das Gefährt.


Freitag, 4. September 2009

Das Bloglaukom - automatisches Kommentieren von Blogs

Auf mehrfachen Wunsch einer einzelnen Person entwickeln Blogplattformen seit neuestem ein Bloglaukom. Es handelt sich hier nicht etwa um eine Augenkrankheit, die durch das intensive Bloglesen entsteht, sondern um eine Neuschöpfung, die exakt "Blogs-Lesen-und-automatisch-Kommentieren" bedeutet. Damit wollen die Programmierer dem Bedürfnis nach ökonomischem Bloglesemanagement entgegenkommen und der Entwicklung eines strukturellen Überichdefekts, auch bekannt als "schlechtes Gewissen" entgegenwirken. An den Modulbestandteilen wird gegenwärtig intensiv gearbeitet.
Getreu nach dem Motto "niemand ist so irre wie wir alle zusammen" werden in verschiedenen Teams spezifische Buttons entwickelt, die künftig Kommentare per Mausklick ermöglichen sollen. Die automatische Anmeldung in Blogs, in denen das erforderlich ist, bildet einen Teil der Makros, die Stellungnahmen sind in verschiedene Rubriken gegliedert und können per Mausklick, in der futuristischen Variante auch durch akustischen Input (zwischen Worten und emotionalen Lautäußerungen) ausgewählt werden. Eine heiss diskutierte Variante orientiert sich am Grundmodell "Senf (dazugeben), Ketchup (dazukleistern) und Majonäse (ablassen)". 

Senf steht dabei für "find ich toll, da werde ich glatt gelb vor Neid",
Ketchup bedeutet "da werd ich rot, ob es daran liegt, dass ich das nicht verstehe oder ob ich eine andere Meinung vertrete und wütend bin, überleg ich mir noch" und
Majonäse steht für: "ich weiss nicht, was ich dazu sagen soll, aber immerhin wollte ich einen Kommentar dazu abgeben".

Nähere Hinweise zur Variante Senf-Ketchup-Majonäse finden sich in einem Link, der außerdem Hinweise zum Kalorienbedarf fleissiger Blogkommentatoren gibt.

Differenzierte Weiterentwicklung und die Integration in Blogmodule, Gadgets und Widgets werden mit Spannung erwartet. Ja, huh! Dann googeln wird mal, ab wann wir auf das Word pressen können. Blog over. 



Mittwoch, 12. August 2009

Die deutsche Fahne auf dem Mond

Für den Fall eines Wahlsieges planen CDU und FDP eine Reise zum Mond. Wie? Waren wir da nicht schon? Sind Meyer und Pöhlmann denn schon vergessen, die die deutsche Fahne auf den Mond gepflanzt haben? Nachdem es also bereits eine bemannte Mondfahrt gab, soll nun eine unbemannte Reise folgen. Ohne Männer also. Will Angela Merkel etwa selbst...? Das Gerücht, Guido Westerwelle wolle Bundesmondminister werden, wurde von offizieller Seite bisher noch nicht bestätigt. Immerhin, behaupten böse Stimmen, liesse sich auch so (sprich: ohne den umstrittenen Deutschlandplan) das Problem der vielen Arbeitslosen in Deutschland lösen. Denn da oben ist viel Platz.
Aber hier zunächst der Beweis für die bereits erfolgte Mondlandung.




Auch hier existiert natürlich eine Verschwörungstheorie, die behauptet, das Video sei in der Area 51 des ZDF gedreht worden. Immerhin erinnert der Moderator im Studio verdächtig an Loriot. Aber das ist natürlich nur ein Gerücht, das zu Wahlkampfzwecken erfunden wurde.

Kann man Kommunikation trainieren?

Die sprechwissenschaftliche Forderung ist alt: Trainer brauchen eine Lizenz! Und das ist eben die Sprecherzieherprüfung, die es seit nunmehr...

Oft gelesen