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Mittwoch, 18. Juni 2025

Der springende Punkt


so manchem man ein liedchen singt,
doch keines jenem punkt, der springt
unbeachtet soll er leiden
und doch so mancherlei entscheiden

worauf es ankommt, macht er klar
macht einsicht möglich, wie es war,
sein könnte, sollte oder muss
beendet dann den überdruss

über die wirre vielfalt im denken
kann den blick auf das wichtige lenken

beendet die wirren im gedankensumpf
das fragen wird deutlich, nicht mehr dumpf
glocke der erkenntnis! im schädel klingt
durch den weisen punkt, der springt

Mittwoch, 15. Juni 2011

Der fliegende Teppich


und hätt ich einen teppich
schön gewebt
zum fliegen
es wäre gar nicht schwer
mich von hier weg zu kriegen

in fernes land zu fliegen
wo alles anders
schöner
besser

ich bräucht mich nicht
zu wehren
nichts 


unter den teppich
flugs zu kehren

doch....
blosse fantasie ist's
das zu schreiben

ich werd wohl
auf dem teppich
bleiben


*

Dienstag, 22. März 2011

stumm


bezüglich vieler
kleiner
fragen

hab ich
schon längst

nichts mehr zu sagen

ich wage es
nicht mehr
zu fragen

ich wage es
nicht mehr
zu klagen

muss
schweigend
mein
schicksal
ertragen

weh tut's nur noch
der schädel brummt

ich schweige nicht
ich bin verstummt


Sonntag, 30. Januar 2011

druck


im steigenden druck
den ich als arbeitnehmer
in der produktion oder
im dienstleistungsbereich
erfahre

spiegelt sich
der steigende druck
den ich als kunde und konsument
von produkten und dienstleistungen
selbst ausübe

und so kommt es
dass die menschen
immer wieder
darunter leiden
sich selbst direkt
oder über umwege

ein problem
nach dem anderen
zu basteln

wir leiden an umständen
die wir nicht ändern zu können glauben
aber letzten endes
selbst geschaffen haben




Freitag, 28. Mai 2010

Gegensätze

"Der gesunde Verlauf der psychischen Entwicklung stellt sich ... als eine kontinuierliche Introjektion antithetischer Pole dar, als eine ständige Zunahme der Spannungstoleranz." (Thea Bauriedl)

(aus der Reihe "therapoesie")

so mancher blickt voll kummer
vielleicht im zorn zurück
doch gäbe es das leiden nicht
es gäbe auch kein glück

die zukunft voller sorgen
verdunkelt noch den blick
voraus zu denken macht uns klar
es führt kein weg zurück

zum leben ja zu sagen
jetzt in der gegenwart
anstatt nur zu klagen
auf irgendeine art

entscheiden und wählen
sich mühen, sich quälen
ertragen, verändern, bewegen
das wertvolle pflegen

wer das bessere schließlich fand
nimmt das leben in die hand

das eine tun ist: andres lassen
das bessere tun, im blick der pflicht
das geht nie ganz ohne verzicht
das helle hier lässt dann verblassen

was in den hintergrund geriet
unterlassenes prägt mit, was geschieht

mancher erkennt, wohin er auch wandere
es gibt das eine nicht ohne das andere
die welt ist aus gegensätzen gemacht
hier der tag und da die nacht

bei allem streben nach harmonie
verschwinden gegensätze nie
trennen wir sie erst im geist
so ist es stets das eine, das auf das andere verweist

wir mögen tüfteln und erfinden
gegensätze werden nie verschwinden
immer wieder werden sie vermieden
doch erst wer sie annimmt

findet zum frieden


*

Sonntag, 16. Mai 2010

Sprachgefängnisse


nicht jedem wort kann es gelingen,
dass es den weg zur freiheit schafft
stumm sind die, die nie erklingen
gefangen in der sagenhaft

nicht jedes wort zu jeder zeit
entspricht dem bild der menschlichkeit
verleiht stattdessen tieren kraft
man spricht hier auch von fabelhaft

doch worte sind nicht nur geknebelt
sie werden ab und zu vernebelt
zum verständnis eine lücke klafft
der sinn gerät in schleierhaft

erscheint die wahrheit gar zu wild
nicht wirklich plastisch, wird ein bild
zum mittel, das komplexes rafft
den sinnen näher ist bildhaft

hörbar ist auch, wenn fehlen stücke
ganz unsinnhaft wird sinn zur tücke
die teile sind verkürzt, gestrafft
umfassendes in lückenhaft

so manches, was dem wort anhaftet
scheint selbstverständlich, einerlei
ob der sinn das nun verkraftet
beschränkt ist eben nicht ganz frei

* 

Montag, 19. April 2010

Tod im Blumentopf

regen fiel gleich nach dem sturm
in der erde kriecht der wurm
doch martha hatte es im kopf:
ein pflänzchen für den blumentopf

ausgegraben mit den wurzeln
muss der wurm gen eimer purzeln
kundige erahnen schon:
das nächste war ein topf aus ton

es lässt sich wohl nicht ganz vermeiden
am pflänzchen etwas abzuschneiden
also nehme ich mal besser,
denkt sich martha: küchenmesser

schnippelt, schneidet eins zwei drei
dabei auch den wurm entzwei
martha kratzt sich dann am kopf
ein grabstein für den blumentopf

kam als zugabe hinein
der wurm soll nicht vergessen sein...

*

Donnerstag, 18. März 2010

der Sprach tut not


der sprach tut not
gedacht zu werden
der sprach tut not
gesproch zu werden

die end verschluck
gar seltsam guck
weil kaum versteh
was jetzt gescheh

das wort nicht end
wie man es kennt
zur falt der sorg
man sich besorg

fix und behend
ein neues end
damit der sprach
nicht etwas fehl

mit müh man sich
durch worte quäl
beim les und hör
den sinn wegstehl

*

Freitag, 12. März 2010

Könnte man sich denken...


so manches
könnte man sich denken
wenn man denken würde

weil aber manche
nicht denken
was sie sich denken könnten

kann man sich denken
dass so manches nicht gedacht wird
obwohl man es sich denken könnte

man könnte sich denken
was alles bedacht würde
wenn gedacht würde
was man sich denken könnte
einschliesslich
der vielen dinge
die über das nicht gedachte
gedacht werden könnten

dann wäre so manches anders
das kann man sich denken

*

Montag, 1. März 2010

Die Sprache und das Sein


Da fragt man sich, wie kann das sein?
Ist Sprache schon Beleg fürs Sein?
Kann Sprache auch was andres sein?
Kann das, was ist, auch anders sein?

Das Sein der Sprache ist schon da
denn ohne Sprache wär das Sein nicht da
das Sein könnt' sprachlos gar nicht sein...
aber es könnt' auch anders sein!

Ist ohne Sprache denn nur Nichts?
Verborgen bloss nur mangels Lichts?
So steh ich sprachlos vor dem Sein
am Ende des Gedichts


*

Frühlingskatapult

wer heute einen grashalm findet
der weiß, dass bald der winter schwindet
und ist der halm dann saftig grün
wird bald dir auch was andres blühn!

wer träge bleibt, ist selber schuld
die schreck im heu - übt katapult


Miniscule - Catapult from Bluebird on Vimeo.

Sonntag, 28. Februar 2010

vollmondtrabbel

auf dauer bleib ich nicht verschont
er kommt immer wieder
der volle mond

und manchmal hab ich dann nen rappel
vollmond makes me sometimes trabbel

wär ich francais und dann der kühne
würd ich admirer la lune

fühl mich aber eher bluna
im angesicht von diese luna
also quirlig wach geblieben
und ein kurzes text geschrieben

zu dem, was das so mit mir macht
verflixte helle vollmondnacht

*

Donnerstag, 18. Februar 2010

Das Unlösbare

(aus der Reihe "therapoesie")

ich sehe was, so wie es ist
und sage mir, das ist doch mist!
recht angenehm ist es sodann
wenn ich da was machen kann!

doch wird das ganze wirklich trist
wenn daran nichts zu ändern ist...
dann kann ich denken, grübeln, dösen,
und versuchen, das zu lösen,
was mir da nicht machbar scheint

doch: sind die kräfte nicht vereint,
dann bleibt es eben so wie's war
und - nochmal trübe - mir wird klar:
da ist etwas wohl unlösbar

mal stampf ich wütend mit den füssen,
mal spür ich meine tränendrüsen
es reibt mich auf, es macht mich müde
schließlich denk ich: meine güte!

hört denn das wohl niemals auf?
was mach ich jetzt? ich komm nicht drauf!

ich will, ich muss, und kann doch nicht
so dreht im kreis sich die geschicht'
und findet keinen weg zum handeln
verändern, besser machen, wandeln

das unlösbare hält mich fest
gibt mir nun absolut den rest
rotierend sich im kreise drehn
nirgendwo den ausweg sehn

rauf und runter, achterbahn
tausendmal durchdachter wahn
das kann ja wohl nicht wirklich sein
da fällt mir nichts mehr dazu ein...

schwer ist es, sich dann zu lösen
das unlösbare aufzulösen
sich lösen, und es lösbar machen
oder einfach drüber lachen

noch schwerer ist, es nur zu fassen
in seiner unlösbarkeit belassen
zu tragen, was man schicksal nennt
auch wenn man seinen sinn nicht kennt

am ende bleibt nicht die magie
denn zaubern - das gelingt mir nie
also seh ich lieber zu
dass ich dort, wo ich etwas tun
kann,
auch etwas tu

mehr Poesie?
Denke ich oder denkt mein Selbst?

Samstag, 6. Februar 2010

eins, zwei, alle...

(aus der reihe "therapoesie", frei nach A.T.Beck's Denkfallen)

wenn ich denke
eins, zwei, alle...
sitze ich schon
in der falle

was ein-, zweimal
so und so war
ist es nicht ewig
immerdar

noch weiter
kann ich mich einzwängen
bleibt stets und nur
das schlechte hängen

zum durchdreh'n schließlich
sag ich mir:
was auch schief geht -
es liegt an mir!

denn wenn ich viel
für möglich halte
mit dem verstand
vielseitig walte

womöglich die vernunft
einschalte

denk' ich nicht mehr
nur das dümmste
erwarte ich nicht nur
das schlimmste

es gibt nicht nur schwarz-weiß
weiß ich genau
der alltag - der ist meistens grau

das ist gedanklich
weiter geh'n:
was ist
kann man auch anders seh'n


Donnerstag, 4. Februar 2010

Denke ich oder denkt mein Selbst?

manchmal frag ich
so für mich:
denkt mein selbst
oder denke ich?

manchmal denkt
mein selbst für mich
dann wieder
denke ich,
denk' ich

wenn ich an
mein selbst dann denke
glaub' ich meist:
ich bin's,
ich denke

wenn das selbst
mich wieder lenkt,
das selbst bestimmt,
was mein ich denkt,
bestimmt mein selbst
mein ich

dort aber
wo ich die gedanken lenke
und selbst bestimme,
was ich denke

bestimme ich
mein selbst

und denke
das selbst,
das ich bin,
bestimme ich selbst

 



s. auch: Das Verhältnis von Ich und Selbst




Montag, 1. Februar 2010

Phasenlehre

(so ungefähr nach Freud, die Antwort auf die Frage, worauf sich die Phasen beziehen sollen ist leider im Widerstand dichterischer Freiheit hängen geblieben)

zuerst mal
war da noch
moral

die zweite stufe
wird
banal

ne ganze weile
bleibt's
patent

am ende
schließlich
wird's
genial


*

Sonntag, 24. Januar 2010

cross and cline

wa rumschrei
pt mannim toi tschencross
untklein wa rumtrennt
mandieh sil benauf
imle bennie komm
teiner drauf

dersin maxich
wolverän
dern wa
rumsonst
machtmann
sichdimü


* 

Samstag, 9. Januar 2010

gedankengebäude

ein einsamer gedanke
der mir ganz gut gefällt
schon findet sich ein zweiter
der sich dazu gesellt


zwei einsame gedanken
die wandern durch mein hirn
und gehen über schranken
runzlig wird die stirn


gedanken suchen worte
die sprache wird zur pforte
um wirklich durchzubrechen
um sich auszusprechen


im hirn stecken zu bleiben
das wäre doch verhext
drum will ich sie aufschreiben:
gedanken werden text


wenn das jetzt so weiter geht
dann sieht es danach aus
als würde ein gebäude draus
wohl ein gedankenhaus


doch wann es steht
das weiss ich nicht
drum erstmal:
ein gedicht...

* 

Phil Collins: You'll Be In My Heart

Eine kleine Studie über aufbauende Worte... Natürlich kann man den Song einfach anhören, aber was singt Phil Collins da eigentlich?

Come stop your crying
It will be alright
Just take my hand
Hold it tight
I will protect you
From all around you
I will be here
Don't you cry


Hör auf zu weinen, alles wird gut
nimm einfach meine Hand und halte sie fest
Ich werde dich beschützen vor allem, was um dich herum geschehen mag
Ich werde da sein, also weine nicht.
 
For one so small
You seem so strong
My arms will hold you
Keep you safe and warm
This bond between us
Can't be broken
I will be here
Don't you cry

 
Dafür, dass du so klein bist, machst du einen starken Eindruck.
Meine Arme werden dich halten, schützen und wärmen.
Das Bindung zwischen uns wird nie zerbrechen
Ich werde für dich da sein, also weine nicht.
 
'Cause you'll be in my heart
Yes, you'll be in my heart
From this day on
Now and forever more

You'll be in my heart
No matter what they say
You'll be here in my heart
Always


Du bist in meinem Herzen, ja du bist in meinem Herzen
von heute an, jetzt und für alle Zeit
Du bist in meinem Herzen, egal was die anderen sagen
Du bist in meinem Herzen für immer


Why can't they understand
The way we feel
They just don't trust
What they can't explain
I know we're different
But deep inside us
We're not that different at all


Warum können sie nicht verstehen, was wir empfinden?
sie trauen dem nicht, was sie nicht erklären können
ich weiss, wir unterscheiden uns
aber tief in uns
sind wir überhaupt nicht anders


And you'll be in my heart
Yes, you'll be in my heart
From this day on
Now and forever more


Du bist in meinem Herzen, ja du bist in meinem Herzen
von heute an, jetzt und für alle Zeit
 
Don't listen to them
'Cause what do they know?
We need each other
To have, to hold
They'll see in time
I know


Höre nicht auf die anderen, was wissen sie schon?
wir brauchen uns gegenseitig, um uns zu haben, zu halten
das werden sie mit der Zeit auch erkennen, das weiss ich


When destiny calls you
You must be strong
I may not be with you
But you've got to hold on
They'll see in time
I know
We'll show them together


Wenn dich das Schicksal ruft, must du stark sein
vielleicht bin ich gerade nicht bei dir, aber du musst durchhalten
sie werden es erkennen, das weiss ich
wie werden es ihnen zusammen zeigen


'Cause you'll be in my heart
Believe me
You'll be in my heart
I'll be there from this day on
Now and forever more

Oh, you'll be in my heart
No matter what they say
You'll be here in my heart
Always


Du bist in meinem Herzen, ja du bist in meinem Herzen
von heute an, jetzt und für alle Zeit
Du bist in meinem Herzen, egal was die anderen sagen
Du bist in meinem Herzen für immer


Always, I'll be with you
I'll be there for you always
Always and always

Just look over your shoulder
Just look over your shoulder
Just look over your shoulder

I'll be there always


Ich werde immer mit dir sein
und immer für dich da sein
immer und immer

sieh über deine Schulter
sieh über deine Schulter
sieh über deine Schulter

ich werde immer da sein


 
Soweit also die Übersetzung. Welche Grundbedürfnisse da angesprochen werden und warum solche Worte tröstend und aufbauend sein können, darüber darf jede und jeder für sich nachdenken. Genug getextet... hier ist Phil Collins.




Montag, 28. Dezember 2009

Zukunft ist Vergangenheit

die asche
der vergangenheit
ist der stoff,
aus dem die
farbe
für die zukunft
gemacht ist

was auch immer neu
erscheinen mag
ist geschaffen
aus dem material
des vergangenen




Kann man Kommunikation trainieren?

Die sprechwissenschaftliche Forderung ist alt: Trainer brauchen eine Lizenz! Und das ist eben die Sprecherzieherprüfung, die es seit nunmehr...

Oft gelesen