Freitag, 6. November 2026

Wo bist du? Hörbeeinträchtigungen im Alltag

Eine Geschichte. Mutter und Tochter gehen einkaufen. Die Mutter ist schwerhörig, hat auch Hörgeräte, die liegen aber zuhause. Im Einkaufszentrum schauen die beiden hier und da und plötzlich ist die Tochter verschwunden. Die Mutter gerät in Panik und ruft laut: „Jenny, wo bist Du?". Die Tochter ruft zurück: „Hier!". Die Mutter hört aber rechts und links nicht gleich gut, kann deshalb die Richtung nicht bestimmen. Was könnte sie fragen, um herauszufinden, wo die Tochter denn nun steckt?  Fragt sie etwa  „vor welchem Laden stehst du denn?", könnte die Antwort lauten „Schuhgeschäft". Und dann weiß die Mutter, dass sie nach einem Schuhgeschäft Ausschau halten muss. Die Frage erübrigt sich vielleicht, wenn die Mutter ihre Tochter genau kennt und weiß, wo sie gerne einmal stehenbleibt. Der entscheidende Aspekt in dieser Geschichte: Hörbeeinträchtigungen, vor allem wenn sie mit unterschiedlichem Hörvermögen rechts und links verbunden sind, können das Richtungshören beeinträchtigen. Die Antwort „hier" ist also nicht besonders hilfreich... es muss schon genauer sein. Kommunikationspädagogisch betrachtet bedeutet das: bei Hörbeeinträchtigungen können präzise Fragen nach genauen Ortsangaben unverzichtbar sein, weil die Stimme allein zur Positionsbestimmung nicht ausreicht.

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