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Freitag, 5. Februar 2010

Sollen Jugendliche Alkohol trinken dürfen?

Ja, nein. Natürlich. Nicht! Pech gehabt: es ist nicht meine Absicht, hier eine klare Antwort zu geben. Vielmehr geht es um Denkanstöße, um Ebenen, Gefahren und auch Chancen. Erste Frage: wer mit wem? Es ist ein Unterschied, ob Lehrende in der Schule im Unterricht über die Frage diskutieren oder Eltern mit ihren Kindern. Für Trainer in einem Sportverein sieht es wieder anders aus und wenn sich die Diskussion auf einem Vereinsheim abspielt, kommen möglicherweise andere Aspekte auf den Tisch als  'unterwegs'. In der Schule bietet sich vielleicht der Mathematikunterricht an, um der Frage nachzugehen, wieviel Alkohol man im Verhältnis zum Körpergewicht für einen Vollrausch braucht. Das Fach Biologie könnte der Frage synaptischer Übertragung und dem Aspekt genetischer Ursachen von Alkoholabhängigkeit nachgehen. Das Rollenverständnis, sachlich Informationen zu vermitteln, dabei aber auch eine kritische Auseinandersetzung anzuregen, lässt sich verbinden mit dem Hinweis, dass es eben auch Gesetze gibt und der Begriff 'Jugendschutzgesetz' nicht so ganz zufällig gewählt ist.
Ist Alkohol also ein böses Monster, vor dem man die Jugend beschützen muss? Gibt es da nicht die netten süssen Säfte namens Alkopops, die ja nun wirklich nicht gefährlich sein können?
Und überhaupt: schließlich gibt es ja auch alkoholfreies Bier und das müsste ja nun wirklich erlaubt sein - oder ist da etwa auch Alkohol drin? Wie gesagt, besser: geschrieben, ich will die Fragen gar nicht beantworten. Stichwort DHS: macht euch selbst kundig.
Lehrer, Eltern, Trainer, wer auch immer... früher oder später werden die jungen Leute sowieso das tun, was sie selbst für richtig halten. Schließlich geht es ja auch darum, erwachsen zu werden, sich kritisch mit der Generation der Bifis und Gruftis auseinander zu setzen. Also gut: bildet euch selbst ein Urteil. Wie sieht das nun aus: ist Alkohol ein Genußmittel oder ein Suchtmittel? Oder beides? Und wenn ja, wann ist es was und für wen? In welcher Situation? Wenn man schon sonst nichts hat, auf das man stolz sein oder mit dem man angeben kann, dann muss man doch wenigstens irgend einen unter den Tisch saufen können, oder? Und überhaupt: nach Alkohol stinkende Jungs sind ultraattraktiv für die Mädchen! Ganz bestimmt. Wer's nicht glaubt, der frage mal nach... Vielleicht hört irgendwo der Spaß auf. Aber wo denn genau? Wo ist die Stelle, an der Genuß in Mißbrauch, wo die Stelle, an der Mißbrauch in Abhängigkeit übergeht? Spaß muss sein, okay, gehen wir der Frage einmal nach... Was macht mehr Spaß, eine Feier, bei der man am nächsten Tag noch am Leben ist und einen klaren Kopf hat - oder eine, nach der man im Krankenhaus mit Kopfschmerzen aufwacht und nette Bilder präsentiert bekommt, wie man sich im eigenen Erbrochenen wälzt? Kleiner Tipp am Rande: man kann auch ohne Alkohol feiern. Und wie das geht, das könnten und sollten Erwachsene der nächsten Generation beibringen können. Alkohol ist doch so wunderbar, betäubt, lenkt ab, lässt alle Sorgen vergessen... nur leider löst es kein einziges Problem. Wie aber löst man denn nun ein Problem? Alkoholiker haben eben Probleme... das ist ziemlich vereinfacht. Irgendwie klingt es doch aber auch logisch, davon auszugehen, dass überall dort, wo man mit klarem Verstand eine Lösung finden kann, weniger Druck da ist, sich einfach zuzusaufen um den ganzen Jammer einmal vergessen zu können.
Eine Frage sollten sich junge Leute auf jeden Fall stellen: was will ich mit meinem Leben anfangen?
Wenn man Leute fragt, die mehr als zehn Jahre gebraucht haben, um sich selbst einzugestehen, dass sie alkoholabhängig sind, ob das denn nun Absicht gewesen sei? War das denn das Lebensziel, einmal abhängig zu werden, vielleicht einen Leberschaden, Polyneuropathie oder sonst eine nette Begleiterscheinung zu entwickeln? Vielleicht lässt sich oft erst im Rückblick erkennen, dass ein Verbot wirklich ein Schutz sein kann. Aber Erfahrung lässt sich sehr schwer transportieren... Freiheit und Selbstbestimmung - das sind vielleicht Ansatzpunkte, mit denen der eine oder die andere etwas anfangen kann.
Freiheit bedeutet, wählen zu können. Wenn eine einzige Substanz mein Leben bestimmt und alles andere gleichgültig wird, ist es mit der Freiheit nicht mehr weit her. Frage also: wie wichtig ist mir mein Gehirn, wie wichtig ist mir meine Freiheit?
Drei Schritte sind nötig, um aus der Abhängigkeit in die Abstinenz zu finden (grob vereinfacht).

  • Ich darf nicht.
  • Ich will nicht.
  • Ich brauche nicht mehr.
Wer sich klar macht, dass der menschliche Körper Alkohol nicht zum Leben braucht, kann (bevor sich die Abhängigkeit entwickelt hat) noch entscheiden: will ich oder will ich nicht? Wer dazu in der Lage ist, eine wirklich eigene, reife Entscheidung zu treffen, braucht keine Verbote mehr.
Vernunft kann auch bedeuten, auf etwas zu verzichten, das man sich irgendwie doch erlauben könnte, auch wenn es verboten ist. Aber hier weiter zu denken ist nun wirklich strengstens verboten. Wo kämen wir da hin?

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Montag, 1. Februar 2010

Alkohol für Teens?

Manche Eltern meinen es ja gut. Gehen davon aus, dass ihre Teenager lernen können, mit Alkohol umzugehen - wenn die Eltern dabei sind und ihnen erlauben, zuhause unter Aufsicht zu trinken. In Maßen natürlich. Gut gemeint ist aber nicht immer auch gut gemacht...

Eine neue Studie aus Holland zeigt die Probleme auf, die dadurch entstehen können. 428 Familien aus Holland wurden untersucht - mit jeweils zwei Kindern im Alter von 13 bis 15 Jahren. Ein Jahr später und zwei Jahre später wurden die Familien noch einmal befragt, nach ihren Trinkgewohnheiten, nach dem Umgang mit Alkohol.

Jene Teenager, die von ihren Eltern die Erlaubnis bekommen hatten, zuhause Alkohol zu trinken, zeigten dabei deutlich mehr Alkoholprobleme. Sie tranken später mehr und das auch außer Haus. Schulschwierigkeiten, Fehltage in der Schule und gewalttätige Auseinandersetzungen mit anderen waren häufiger. All das spricht deutlich gegen die Idee, Teenagern einen kontrollierten Umgang mit Alkohol beibringen zu wollen und ihnen deshalb früh den Zugang zu Alkohol zu gewähren.

Früher Konsum von Alkohol weckt tendenziell den Wunsch nach mehr - und stellt damit ein erhöhtes Risiko für spätere Alkoholprobleme dar. Die Autoren ziehen deshalb den Schluss, dass Eltern den Zeitpunk des ersten Alkoholkonsums so weit wie möglich verschieben sollten - wenn sie es wirklich gut meinen.


Literatur:

van der Vorst, H., Engels, R. C. M. E., & Burk, W. J. Do parents and best friends influence the normative increase in adolescents' alcohol use at home and outside the home? Journal of Studies on Alcohol and Drugs, 2010; 71 (1): 105-114

Quelle:

Journal of Studies on Alcohol and Drugs (2010, January 27). Teens who drink with parents may still develop alcohol problems. ScienceDaily.
Retrieved February 1, 2010,
from http://www.sciencedaily.com­ /releases/2010/01/100127095930.htm


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Kann man Kommunikation trainieren?

Die sprechwissenschaftliche Forderung ist alt: Trainer brauchen eine Lizenz! Und das ist eben die Sprecherzieherprüfung, die es seit nunmehr...

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