Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Das Pfützentheorem

Zwei Wissenschaftler treffen sich und tauschen ihre neuesten Gedanken aus...
"Ich habe neulich das Pfützentheorem formuliert", sagt der eine. "Und das lautet?" - tja, hören (oder lesen) wir mal...

- "Eine Pfütze ist nass"
- "Aber das ist doch logisch!"
- "Eben - es ist ein logisches Theorem, das ich da formuliert habe"
- "Da wäre ich nie drauf gekommen..."
- "Höre ich da einen leise ironischen Unterton? Naja, auf jeden Fall ist es jetzt als Manuskript dargelegt und im Druck"
- "Ist ja spannend... und welche Bedeutung hat das Pfützentheorem?"
- "Nun, es bereichert die Meteorologie und liefert praktische Anhaltspunkte für die Hauswirtschaft. Es ist gewissermassen ein interdisziplinäres Theorem!"
- "Aha... aber ist das nicht sowieso klar? Ich meine, eine Pfütze ist doch immer nass!"
- "Eben. Sage ich ja"
- "Warum muss man das dann noch extra formulieren?"
- "Früher war das ja auch klar, dass die Erde eine Scheibe ist. Ist sie aber nicht. Irgendwann musste das ja mal richtig gestellt werden. Und so ist es mit der Pfütze ja auch..."
- "Wer würde denn auf die Idee kommen, dass eine Pfütze NICHT nass ist?"
- "Man kann nie wissen, auf welche Ideen die Ungebildeten so kommen... es musste einfach einmal klar gestellt werden"
- "Aha... gibt es denn schon empirische Forschungen dazu?"
- "Nun, ich und et. al. arbeiten im Moment an der Operationalisierung des Konstrukts 'Pfütze' und einem empirischen Messverfahren, dass den Nässegrad einer Pfütze und die Oberflächenspannung der Wassertropfen bestimmt"
- "Aber... eine Pfütze muss doch nicht aus Wasser bestehen!"
- "Das ist richtig... es wird also einen neuen Forschungszweig geben, der verschiedene Flüssigkeiten untersucht, und Korrelationen zwischen Oberflächenspannung und Nässegrad bestimmt. Möglicherweise wird damit sogar das Phänomen der Kugelblitze endlich geklärt..."
- "Kann denn eine Pfütze mehr oder weniger nass sein?"
- "Naja, so rein aus dem Bauch heraus... wenn man sich hineinsetzt, wird man wohl ziemlich nass..."
- "Außerdem könnte der Nässegrad ja auch die Oberflächenspannung beeinflussen..."
- "Ja, da werden wir wohl eine Varianzanalyse berechnen müssen..."
- "Na, das wird ja ein spannnendes Untenehmen..."
- "Sicher, es wird das Thema meiner Habilitationsschrift..."
- "Interessant... ich muss jetzt aber meine Hose reinigen lassen!"
- "Wieso das denn?"
- "Ich bin gerade in eine Pfütze getreten..."

So ist das eben... Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge... Und die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Im wahren Leben beschäftigt sich die Wissenschaft NUR mit wirklich relevanten Themen. Trotz allem ist so ein Pfützentheorem natürlich praktisch... denn man kann Handlungsanweisungen daraus ableiten. Zum Beispiel... gehe nicht mit einer frischen Hose durch eine Pfütze. Denn die könnte (rein statistisch betrachtet) ziemlich nass sein...

Kommentare:

  1. Oh je, hoffentlich sieht das Frau MoL nicht, lach-

    Liebe Grüße vom Jürgen

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  2. Darf sie ruhig... vielleicht hat sie ja etwas Schlaues dazu zu sagen? Vielleicht meldet sich ja auch eine Ökotrophologin mit einem Hinweis auf das ebenfalls relevante Kartoffeltheorem?

    Liebe Grüße von Rolf

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  3. Ich muss gleich mal googlen was eigentlich ein Theorem ist. Hat wohl was mit Theorie zu tun, wenn ich richtig rate.....

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  4. ...richtig...! Das ist Edutainment... und das Kartoffeltheorem gibt es wirklich! Pfützen übrigens auch... und sie sind wirlich nass!

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  5. und schon hat der Jürgen wieder was gelernt. Wir haben übrigens ein Bloggertreffen vor. Kralle, Manuela und Co. Ich hoffe, du klickst dich auch ein. Bis jetzt soll es wohl bei mir stattfinden... Später mehr dazu. Liebe Grüße. Jürgen

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  6. Zwei ganz wichtige Aspekte haben deine zwei Wissenschaftler allerdings übersehen, bzw. ausser acht gelassen.
    1. Wann ist eine Pfütze ein Pfütze und ab wann ist es ein See oder Teich?
    2. Der entsprechende Ausdehnungskoeffizient und die darauss sich ergebende Maximalentfernung von der XY Achse.
    Wobei Punkt zwei noch in verschiedene Unterpunkte unterteilt werden müsste, was die mathematische Konkurenzfähigkeit der einzelnen geo - und mathematischen Grundformen betrifft.
    Ich sehe absolutes Potential in dieser für mich äusserst interessanten wissenschaftlichen Abhandlung. Viel Erfolg deinen beiden Theothermern.

    Mit hochachtungsvollen Grüssen


    r.g.belle



    PS: Rolf. Das habe ich wirklich nüsch verzapft hier. Ich schwöre und du musst mir glauben. Sonen Stich würde ich niemals von mir geben. Ehrlüsch. ,-)
    Jürgen hat Recht. Wir planen ein Treffen im Juni. wenn du Lust und vielleicht näheres erfahren möchtest, wende dich entweder an ihn, an manuela oder an mich. Aber eine entsprechende Anfrage an dich wäre eh in schriftlicher Form erfolgt. Wir alle drei hatten dich mit absoluter "Mehrheit" auf die Gästeliste nominiert.

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  7. @ Rolf: Treffen auja, schaun wir mal, ob das klappt...
    Zur Pfütze... da sind noch mehr Dinge offen. Vielleicht könnte man einen Angelhaken benutzen: in einem See oder einem Teich kann man angeln, in einer Pfütze nicht. Der exakte cutoff-score für die Definition eines Teiches wäre dann noch festzulegen... aber viel entscheidender ist die Frage: warum ist überhaupt eine Pfütze und nicht nichts? Und warum fallen Pfützen manchmal vom Himmel und manchmal nicht? Wie ist die Struktur und Beschaffenheit von humaninduzierten Pfützen von den vom Himmel gefallenen zu unterscheiden? Warum sind menschliche Pfützen stehenden Fusses leichter zu realisieren und ein eher männliches Phänomen? Welche Konsequenzen könnten sich aus pfützenbedingtem Aquaplaning für die Innenarchtitektur ergeben? Was meine René de l'Eau mit "ich pfütze, also bin ich"? Was denkt ein Gummibärchen in der Pfütze und was meint eine Amübe dazu? Wie haben hier ein völlig brachliegendes Forschungsgebiet vor uns... nehmen wir die quantentheoretischen Überlegungen zum Jenseits dazu, stellt sich die Frage, was aus der Pfütze im Jenseits wird... oder wie das Sein jenseits der Pfütze ontologisch zu denken ist...

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  8. Ohje, jetzt geht es aber mit den Herren Studiosus oder wie auch immer das heißt, mächtig durch. Geht mal nen Klafter Holz hacken und trinkt hinterher ein Weizen, dann spürt ihr, dass ihr lebt, ihr Theoretiker, lach. War aber herrlich zu lesen.....

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  9. Wenn ich mich richtig entsinne, hat nicht sogar ein "Wissenschaftler" ein "Loch" nicht nur genau definiert, sondern auch berechnen können? Also würdest du mit deiner Pfützenanomalie garnicht mal soooo schräg liegen. Zumal, wenn ich mir das mal richtig unter allen Aspekten betrachte, da wirklich einige interessante Analogien bestehen. Vorallem die Sache mit, ich zitiere dich hier wörtlich:"...Warum sind menschliche Pfützen stehenden Fusses leichter zu realisieren und ein eher männliches Phänomen?..." Wobei diese Frage eigentlich in Kurzform beantwortetwerden könnte." Weil betreffender männlicher Pfützenerzeuger, entweder zu besoffen war, oder zu faul sich zu setzen." Aber das war jetzt nur eine reine These, welche man natürlich an Hand von Experimenten belegen oder wiederlegen müsste. Weist du die entsprechende behördliche Stelle, wo ich für entsprechende Versuchsaufbaue ect. Bezuschussung beantragen kann? Oder würde man mich stehender Pfütze gleich "Einweisen"?

    Schönen Abend übrigens noch und danke das du sowas mitmachen konntest.

    rolf

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  10. Sublimierung des Eros oder was ist das denn..lautlach..Theorieencocktails für schreibwütige intellllllllllektuelle..aber die Frage...Ich, pfüzte also bin ich ?...finde ich einfach -zum Lachen. Ja...ich sitze lachend schreibend 40cm vor der Tastatur...das diskutieren wir dann aus bis spät in die Nacht, hoffe das Jürgen am Eingang seines Gartens..ebensolche Pfütze zur Verfügung stellt. ..als roter Teppich sozusagen und Frau wie Mann da durchtrappen kann. Also frische Socken einpacken. lg Manu

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  11. Ich pfütze also bin ich.

    Sei die Pfütze aus der Mütze
    Ohne Grütze doch zunütze

    So vernütze ich die Mütze
    In der Pfütze
    Und bin sinnig

    Denn die Grütze in der Pfütze
    Nützt der Mütze herzlich wenig
    So vernütze ich die Pfütze
    Ohne Mütze
    Und bin dämlich

    ...das war dann das vorweggenommene Wort zu Sonntag

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