Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Montag, 27. Juli 2009

Bloggen und die Realität

Noch ein kleiner Nachtrag zum Bloggertreffen... die Sahnetorte hat ja bereits ihren Ehrenplatz bekommen. Die ist weg, logischerweise. Das zeigt mal wieder: nicht alles, was Blogger produzieren, ist für die Ewigkeit bestimmt.... Es macht aber so manches plastischer, wenn erfahrbar ist, dass Blogs eben nicht eine rein künstliche Welt darstellen, die von virtuellen Figuren geschrieben werden.
Es klingt banal, ist aber eine bemerkenswerte Erkenntnis: Blogger gibt es wirklich, dahinter stehen lebendige Menschen. Themen gab es reichlich und so manches klingt noch nach... warum bloggen, was geschieht da rund um Blogs, wieviel wiegt das Internet? Etwas metaphorischer gefragt: welches Gewicht haben Blogs und was bedeutet das eigentlich, was da geschieht? Blogs bilden Realität ab, teilen etwas mit, das sich natürlich auch im direkten Gespräch mitteilen lässt. Aber eben über eine Entfernung, die sich auch mit Verkehrsmitteln nicht so leicht, nicht so schnell überbrücken lässt. Und dann begegnen sich Menschen, die sich im Grunde überhaupt nicht kennen und doch vetraut sind. Auf eine Art, die sich schwer beschreiben lässt. Blogger haben Zeit, sagen wir: nehmen sich Zeit fürs Bloggen, und so unterschiedlich die Motive auch sein mögen - es steht ein Bedürfnis dahinter, sich mitzuteilen.
Angedeutet war auch die Frage, ob sich im Internet Züge zeigen, die im Alltag nicht ausgelebt werden können oder dürfen - schaffen Blogs also ein Stück virtuelle Realität, gleichen etwas aus, das im realen Leben fehlt? Sind Blogs Ausdruck des Bemühens, zu sich selbst zu finden, Erfahrungen auszuwerten und der Frage nachzugehen, was sich nun damit anfangen lässt?
Auf der einen Seite war es schade, dass es ein kleiner Kreis war, das hatte aber auch seine Vorteile... es wird persönlicher, direkter, intensiver. Da stellt sich einen grundsätzliche Frage, die jeder und jede für sich bedenken kann - was zeige ich von mir im Internet, was möchte ich wirklich öffentlich zugänglich machen, wo sind die Stellen, die ich bei aller Öffentlichkeit privat belassen möchte, Aspekte meines Lebens, die nicht für alle nachvollziehbar sein müssen oder sein sollen?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass manche Blogger niemals zu einem Bloggertreffen fahren würden, allein aus Angst, dass sich dabei zeigen könnte, "was wirklich ist" - oder mit dem Hintergedanken, dass so ganz beiläufig etwas offenkundig werden könnte, das eben nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
So manches werde ich also für mich behalten, auf die eine oder andere Art noch weiterdenken, ohne ausführlich darüber zu berichten. Da werden vielleicht manche neugierig sein, worüber sich Blogger wohl unterhalten, wenn sie sich dann einmal treffen... soviel sei "verraten": es ging nicht nur ums Bloggen. "Blogommunikation", mein Kunstwort für Kommunikationsprozesse rund um Blogs, unterscheidet sich in manchen Aspekten grundsätzlich vom direkten Gespräch - einer dieser Aspekte ist das Modell eines Filters, der im Internet so manches durchlässt, das im direkten Gespräch nicht "zugelassen" oder "erwünscht" wäre. So manches aber auch zurückhält, das für Kontakte "unter vier Augen" und nicht für eine breite Öffentlichkeit bestimmt ist. Es ist eine spannende Erfahrung, unterschiedliche Arten der Begegnung zu vergleichen - so manches, was im direkten Kontakt möglich ist, wäre im Internet nicht denkbar. Und umgekehrt.
Die Torte - die ist öffentlich geworden. So wie sie einmal war... aber was wirklich "Sahne" war, hat etwas Persönliches und bleibt ein Geheimnis.

Kommentare:

  1. Hallo Rolf, das ist ein wunderbarer Beitrag zu dem Bloggertreffen!!!! Ich danke dir noch einmal, dass du dabei warst!!!

    Liebe Grüße vom Jürgen

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  2. Hallo Rolf.
    Interessante Gedanken, die Du da hast.
    Ich würde ihnen so gerne uneingeschränkt zustimmen.
    Ich kann es aber nicht, nicht was mich persönlich betrifft.
    Aber trotzdem Danke für die Denkanstöße.

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  3. Lieber Rolf,
    ich kann deinem Einblick in unsere kleine heile und spannende Welt voll zustimmen! Und genau so , wie du das nun auch hier dargelegt hast, waren die Diskussionen, die kein Ende nehmen wollten und uns alle einfach verblüfft feststellen liessen, dass sich durchs Bloggen eine Nähe entwickeln kann, die so keiner Erwartet. Wir kamen, umarmten Fremde und verliessen Freunde!
    Und weil ich dich und deine Gedanken hier nun von einer ganz anderen Seite kenne, möchte ich dir auch von Herzen gerne den hier zur Zeit herumgeisternden Award verleihen. Du darfst ihn gerne in meinem Blog abholen, wenn du möchtest.
    Liebe Grüsse,
    Dodo

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  4. Hallo Rolf.


    Auch dir noch einmal und hier an deiner "Haustür" mein Dankeschön nicht nur fürs Kommen. Es war mehr als nur interessant und informativ. Ich finde du hast die entsprechenden Gedanken für dich artgerecht und zutreffend zusammengefasst, und auf einen Punkt gebracht. Ich persönlich würde mich freuen, wenn sich vielleicht entsprechend beim nächsten Mal weitere Gedankeninformationen entwickeln könnten. Du hast ja nun noch ein JAhr Zeit darüber nach zu denken. ;-) Aber du bist genauso jeder Zeit willkommen. Nur gebe Bescheid, dass ich entsprechend "Portwein" im HAus habe. ;-)
    Wünsche dir auch noch eine entsprechende Restwoche.


    LG rolf aus Thun

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  5. Hallo Krallenrolf,

    na ich hoffe doch, dass es kein ganzes Jahr dauert, um hier und da den einen oder anderen Gedanken aufzugreifen und weiterzudenken, oder auch um mal so (eben auf anderen Kanälen) zu plaudern. Im Moment hab ich nichts zum Weinen, trinke deshalb Multivitaminsaft. Der tut's dann bis zum End' der Woch' - denn Samstag wird es dann ja doch.

    LG Rolf aus Nixthun

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  6. @ Dodo, Danke! Habe schon überlegt, wem ich den Award weiterreiche und beschlossen, den Kreis etwas zu erweitern, also auch Blogs aufzunehmen, die nicht so eifrig besucht werden. Tja, dann ist also die Schweiz wohl wieder aus dem Schreibtiefschlaf erwacht, blogseidank.

    Liebe Grüße
    Rolf (der, der gerade nicht neben Dir steht)

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  7. @"nicht" weinender und nüscht tuender Rolf. Also das mit dem Ausstauschen und eventuellem Erscheinen ect. liegt ja nicht nur an mir. Ihr seid jeder Zeit hier bei uns Willkommen. ;-) Wir sind nicht nur eine recht "buntes" und "kreatives" Haus - im wahrsten Sinne des Wortes -, sondern freuen uns natürlich über jeden Besuch. Egal wie weit der Weg des jeneigen auch ist....ja icht mein Weg. ;-) Aber der Winter soll hier wunderschön sein. Jedenfalls habe ich das mal gehört und irgend wo auch gesehen. ;-)
    Wenn ich deine Mailadresse finden würde, wäre mir im Augenblick wohler. :-( Isch finde einfach das Ding nüsch. :-(
    Aber ich wünsche dir noch eine angenehme Zeit bis Samstag. :-)


    LG rolf

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