Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Dienstag, 28. Juli 2009

Vieles gleichzeitig tun? Ein Multitaskingtest

Aufgeschnappt und ausprobiert... in der Karrierebibel hat Jochen Mai ein kleines Simulationsspiel aufgenommen, in dem es um Multitasking geht.
Die Simulation ist in englischer Sprache gehalten, lässt sich aber auch ohne umfassende Kenntnisse der englischen Sprache ausprobieren. Das Problem, das sich dabei gut erleben lässt, ist die Schwierigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Der Skepsis der Neurowissenschaftler, die behaupten, das gehe im Grunde gar nicht, schließe ich mich aus der eigenen Erfahrung gern an... Das Schöne an dieser Simulation ist, dass sich ohne reale Gefahren einmal ermitteln lässt, wie sich die eigenen Reaktionszeiten verändern, wenn während des "Fahrens" Buchstaben eingetippt werden.
Die Situation hat mich an eine Übung erinnert, die einmal Gegenstand im Musikunterricht war. Mit einer Hand einen Viervierteltakt dirigieren, mit der anderen Hand einen Wasserhahn aufdrehen oder (noch schwieriger) einen Dreivierteltakt dirigieren. Etwas bekannter ist vielleicht die Variante, mit der einen Hand über den Bauch zu kreisen und sich dabei mit der anderen Hand auf den Kopf zu klopfen. Mit etwas Übung geht das schon irgendwie - solange man sich nicht besonders darauf konzentrieren muss.
Verschiedene Musikinstrumente setzen solche unabhängigen und doch koordinierten Muster voraus. Zupf- und Streichinstrumente, Klavier, Schlagzeug und andere Instrumente erfordern unterschiedliche Bewegungen der Hände, beim Schlagzeug kommen noch die Beine dazu. Verschiedene Bewegungen, Melodien oder Rhythmen gleichzeitig zu realisieren, das ist ganz schön schwierig. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied. Beim Musizieren lassen sich Bewegungsabläufe weitgehend automatisieren - die Aufmerksamkeit gilt dann dem Klangbild als Ganzes.
In der Simulation kann man sich ein solches Muster im Prinzip entwickeln - eine Hand für die Maus, die andere für die Tastatur. Trotzdem lenkt das Telefon, das in der Simulation eingeblendet ist, ab.
Meine Reaktionszeit hat sich im Schnitt um 0,16 Sekunden verlängert, 6% mehr Tore sind mir entgangen. Das hätte in der Realität bedeutet, Verkehrsschilder zu übersehen, eine Abfahrt zu verpassen... oder Schlimmeres. Na schön, der Durchschnitt liegt bei 0,24 Sekunden verlängerter Reaktionszeit und 8% mehr versäumte Reaktionen. Aber diese Einsicht, noch überdurchschnittlich "gut" reagiert zu haben, tröstet nicht über die Gefahren hinweg, die im Ernstfall Unfälle, auch mit Todesfolgen nach sich ziehen können.
Zum Thema Unfälle fallen mir noch einige Schauergeschichten ein, an die ich nicht so gern denke... einer der besonders tragischen Fälle begann mit einer Coladose, die vom Rücksitz aus direkt am Ohr des Fahrers geöffnet wurde. Der Colatrinker war der einzige Überlebende des Unfalls, der sich danach ereignete... und schleppt wohl noch heute schwere Schuldgefühle und Selbstvorwürfe mit sich herum. Ich kann mir nur wünschen, dass sich die Einsichten, die man aus so einer Simulation gewinnen lassen, herumsprechen und auch ernst genommen werden. Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit und Konzentration erfordern, werden durch Störungen deutlich schlechter, langsamer, mitunter gefährlich.
Sich einzubilden, man könne problemlos Autofahren und Telefonieren - das ist eine Fehleinschätzung.


Den Artikel von Jon Hamilton, den Jochen Mai in seinem Beitrag aufgenommen hat, möchte ich noch kurz zusammenfassen.
Multitasking ist eine Illusion - in Wirklichkeit wechseln wir sehr schnell zwischen verschiedenen Tätigkeiten. Die Gleichzeitigkeit, mit der wir verschiedene Dinge tun, die bilden wir uns nur ein.


Das Handyverbot am Steuer, das seit Februar 2001 in Deutschland gilt, hat also schon seinen Sinn. Es gilt auch für die angeblich multitaskingfähigen Frauen.


So einfach ist es also nicht, mehrere Dinge "gleichzeitig" zu tun. Aber mit Teamwork lässt sich das Problem lösen, wie man hier sehen kann:





Kommentare:

  1. Hi Rolf, das Video kenne ich, finde ich echt klasse, grins

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  2. *lach* sehr schoen !! ... aber da die Herren so lange brauchen zum pieseln, waere eine Prostatauntersuchung vielleicht ganz ratsam ;-) :-)
    in dem Zusammenhang faellt mir ein ... eigentlich komisch, dass immer Frauen zu zweit zur Toilette gehen und nicht Maenner....?!?! ;-) :-)
    LG

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  3. @Stefanie: ...ich habe keine Ahnung, wofür die Frauen sich gegenseitig brauchen... LG Rolf

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  4. hehe so komisch... das video ist der hammer! ich habe echt viel gelacht. vielen dank!

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