Psychosophie

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In der Begegnung mit anderen Menschen können wir uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wenn wir miteinander sprechen, begegnen sich subjektive Welten. Vielleicht entstehen daraus Einsichten, die für das je eigene Leben von Bedeutung sind.

Freitag, 14. Mai 2010

Depressionen: Umdenken ist besser als Verhaltensänderung

Die grundsätzlichen Überlegungen haben bereits eine lange Tradition, aber es ist trotzdem interessant, dass Studien immer wieder die Wirksamkeit Kognitiver Therapie bestätigen. Daniel Strunk (Ohio State University, USA) ging der Frage nach, ob bei schweren Depressionen der Aufbau von Aktivitäten (also der direkte Ansatz am Verhalten) oder die Bearbeitung negativer Gedanken wirksamer ist. 60 Patienten mit der Diagnose  Major Depression (entspricht im ICD-10 der schweren depressiven Episode) wurden in zwei Universtitätskliniken von 6 Therapeuten mit Methoden der Kognitiven Therapie behandelt. Die Therapiesitzungen wurden auf Video aufgezeichnet. Geschulte Beobachter sollten dann beurteilen, wie stark die Therapeuten in den ersten vier Sitzungen Verhaltensaspekte beziehungsweise depressive Gedankengänge in den Vordergrund stellten. Nach jeder Sitzung wurde der Schweregrad der Depression mit einem Patientenfragebogen ermittelt. Untersucht wurde schließlich der Zusammenhang zwischen angewandten Methoden und dem Grad der Verbesserungen, die sich von einer Sitzung zur nächsten ergeben hatten. Die Konzentration auf die ersten Sitzungen beruht dabei auf der Erfahrung, dass meist gerade in der Anfangsphase die deutlichsten Entwicklungen beobachtbar sind.

Therapeuten, die sich vor allem auf die Verhaltensebene konzentrierten, erreichten nicht sehr viel - die deutlichsten Fortschritte ergaben sich dann, wenn kognitive Strategien im Vordergrund standen. Umdenken also, die Bearbeitung depressiver Gedankengänge und Überzeugungen, zeigt sich als hilfreich und verbessert die Befindlichkeit. Die weiteren Beobachtungen sind im Prinzip auch nicht neu - und durchaus einleuchtend. Die Behandlungserfolge waren besser, wenn die Patienten mit ihren Therapeuten zusammen einen Behandlungsplan erarbeiteten und umsetzten. Bessere Ergebnisse ergaben sich auch, wenn die Patienten den Therapieverlauf aktiv mitgestalteten und offen für die Vorschläge ihrer Therapeuten waren.

Eine der Fragen, mit denen sich die Forscher in Ohio beschäftigen betrifft die Wirkungsweise der Kognitiven Therapie überhaupt. Geht es um Techniken, die man einüben und entwickeln kann oder mehr um die Veränderung der Selbstwahrnehmung, Selbsteinschätzung und das Selbstbild?

Insgesamt bewirkt die Bearbeitung negativer Denkmuster und die realistischere Einschätzung von Ereignissen mehr als eine reine Verhaltensänderung.

Kommentar: Aaron T. Beck beschrieb bereits 1970 typische Denkmuster bei Depressionen, die als 'Kognitive Triade' bezeichnet werden. Depressive bewerten sich selbst, die Umwelt und die Zukunft negativ. Logischerweise müsste Kognitive Therapie also vor allem dann wirksam sein, wenn es gelingt, eine positivere Bewertung in diesen Bereichen zu ermöglichen. Dieses Umdenken, das zu einer neuen Bewertung von Ereignissen führt, ist der entscheidende Aspekt in der Therapie.


Literatur:

Beck, A.T. Cognitive Therapy: Nature and Relation to Behavioral Therapy. In: Behavioral Therapy, 1970, 1, S. 184-200.

Daniel R. Strunk, Melissa A. Brotman, Robert J. DeRubeis. The process of change in cognitive therapy for depression: Predictors of early inter-session symptom gains. Behaviour Research and Therapy, 2010; DOI: 10.1016/j.brat.2010.03.011

Quelle:

Ohio State University (2010, May 12). Changing thoughts key to battling even severe depression. ScienceDaily. Retrieved May 14, 2010, from http://www.sciencedaily.com­ /releases/2010/05/100512125257.htm
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Kommentare:

  1. Hi, wir hatten in unserer Firma im Rahmen von Betriebliche Gesundheitsförderung Psychologen im Haus, die uns die Auswirkungen von Stress und Depressionen erklärt haben. Sehr interessant.

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  2. Hallo! Nach meiner persönlichen Erfahrung muss ich den Online-Portal https://www.psycheplus.de/ weiterempfehlen. Diese professionelle Website hat mir bei meinem persönlichen Problem sehr geholfen.
    Sie ergänzen eine therapeutische Behandlung durch Selbsttests, Infos, ein Coach, etc. Sehr empfehlbar.


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