Zum Träumen und Entspannen für Leute, die einmal etwas anderes hören wollen. Keltische Harfe, Carolan's Dream. Musik aus dem 17. Jahrhundert.
Eine keltische Harfe, musikalische Elemente aus Irland, verbunden mit verschiedenen Stilrichtungen, das ist die Musik von Clannad. Die ausgewählten Videos zeigen Clannad live - und im Hintergrund, als Filmmusik.
Mit dieser Reportage des ORF zum Ostereierkrimi ist eine deutliche Warnung an die Österreicher verbunden. Denn deutsche Ostereier sind gefährlich, wie der folgende Fall deutlich zeigt. Und daran muss schließlich immer wieder einmal erinnert werden. Denn nicht alles, was wie ein Weichei aussieht, ist auch eins!
"Krämpfe. Das könnte ein Hinweis sein, dass Dämonen am Werk sind, also braucht man einen Priester, der die bösen Geister vertreibt." Diese Vorstellung existiert noch, zumindest wurde heute, am 02.04.2010 ein solcher Fall bekannt. Ein 14-Jähriges Mädchen starb nach der Teufelsaustreibung - als sie ins Krankenhaus kam, war es bereits zu spät.
Wie funktioniert der Exorzismus eigentlich?
Geundsätzlich geht die katholische Lehre davon aus, dass sich die bösen Geister durch Handlauflegen vertreiben lassen - die Seele soll also durch die Macht des Heiligen Geistes vor dem Teufel verschlossen werden.
Mittelalterlich? Längst überholt? Stimmt nicht...
September 2005: Papst Benedikt XVI. erklärt, dass nur "speziell vom Ortsbischof beauftragte Priester Exorzismus-Gebete über mutßmaßlich besessene Personen sprechen dürfen." Dabei kann auch ein Befehl an den Teufel ausgesprochen werden, den Betroffenen zu verlassen. Etwa: weiche von mir...
1993: Gabriele Amorth gründet die internationale Exorzistenvereinigung (es handelt sich nicht um eine Frau, sondern um einen in Modena geborenen katholischen Priester, der seit 1985 offiziell beauftrager Exorzist der Diözese Rom ist).
Die 'diagnostischen Kategorien', mit denen Exorzisten arbeiten, sind in seinem Buch "An Exorzist Tells His Story" beschrieben.
Die "normale Aktivität" des Satans ist die Versuchung: dazu gibt es nicht besonderes zu sagen, weil sie sich gegen alle Menschen richte... meint Amorth.
Die "außergewöhnliche Aktivität" des Satans ist nur möglich, wenn Gott es erlaubt (kurze Frage an dieser Stelle: warum soll ein Exorzist eigentlich aktiv werden, wenn es doch um einen Vorgang geht, den Gott erlaubt hat?):
1. Äußerer körperlicher Schmerz, der vom Satan verursacht ist - das ist ein Fall für das Gebet, nicht für einen Exorzisten. Wenn irgend jemand von bösen Geistern gefesselt oder geschlagen wird, betrifft das schließlich nicht die Seele, also muss man hier auch nicht eingreifen. 2. Dämonische Besessenheit. Hier ergreift der Satan Besitz vom Körper, spricht und handelt ohne das Wissen oder die Zustimmung des Opfers, das man deshalb auch nicht tadeln darf. 3. Teuflische Unterdrückung. DIe Symptome können hier von einer milden bis zu einer sehr ernsten Krankheit schwanken. Es gibt hier keine Bewusstlosigkeit, keine Besitzergreifung und keine unfreiwilligen Handlungen. 4. Teuflische Besessenheit. Die Symptome sind hier von plötzlichen Angriffen gekennzeichnet, manchmal irrational, aber so natürlich wirkend, dass das Opfer sich nicht von selbst befreien kann. Die besessen Personen leben in einem Zustand permanenter Verzweiflung und versuchen, Selbstmord zu begehen. Nun werden einige sagen, dass es hier doch um Symptome psychischer Störungen gehe, die einen Psychiater oder Psychologen erfordern würden. Es gibt aber (so Amorth) einige Symptome, die so sehr von den bekannten Krankheitsbildern abweichen, dass sie mit Sicherheit auf ihren bösen Ursprung verweisen. Nur ein Experte mit wohlgeübtem Auge kann diese kritischen Unterschiede erkennen. 5. Teuflische Heimsuchung. Häuser, Dinge oder Tier können ebenfalls vom Teufel heimgesucht werden. Dieser Punkt wird von Amorth nur erwähnt, aber nicht weiter behandelt... 6. Teuflische Unterwerfung oder Abhängigkeit. Hier handelt es sich um einen Zustand, in den Menschen geraten, die sich freiweillig dem Teufel unterwerfen. Die bekanntesten Formen sind das Blutbündnis und die Satansweihe.
Soweit der Auszug...
Etwas weiter zurück liegt der Versuch, Hitler mit einer "Teufelsaustreibung auf Distanz" zu befreien. Papst Pius XII. scheint dabei nicht so recht erfolgreich gewesen zu sein...
Exorzismus - gibt es also noch. Im folgenden Video über Exorzismus in Bayern aus dem Jahr 2008 ist auch eine kurze Stellungnahme von Prof. Hans Förstl (Poliklinik für Psychiatrie, TU München) aufgenommen.
Insgesamt ist Exorzismus nach meiner Einschätzung nichts anderes als ein pseudotherapeutischer Versuch, der auf einer längst überholten Theorie psychischer Störungen beruht. In der Praxis läuft es immer wieder darauf hinaus, dass fachliche Hilfe verzögert oder verhindert wird. Das Problem dabei ist die zirkuläre Logik, die sich argumentativ schwer auflösen lässt - sie wird leicht zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung, die das aus dem Glauben heraus Beobachtete als Beleg für die eigene Überzeugung betrachtet - und dabei andere Erklärungen ausblendet.
Ich glaube, dass Krankheiten durch Viren verursacht werden können - also vereinfacht gesagt Ursachen haben können, die eben früher nicht bekannt waren. Und deshalb war es eben eine spekulative Notlösung, hier den Teufel oder irgendwelche Dämonen zu bemühen. Ich glaube, dass psychische Störungen mit irrationalen Gedanken zusammen hängen können. Aber auch dafür brauche ich keine Dämonen - und besser bestätigt als der Exorzismus sind moderne Formen der Psychotherapie, die in ihrer Wirksamkeit untersucht worden sind. Es wird Zeit, dass auch die katholische Kirche im 21.Jahrhundert ankommt - und endlich Abstand davon nimmt, aus einem falsch verstandenen Glauben heraus körperliche oder psychische Störungen behandeln zu wollen, damit aber letzten Endes Hilfeleistungen verzögert oder verhindert.
Das glaubt mir kein Mensch...Nach dem Einschalten zeigte mein PC heute eine Fehlermeldung (zum Vergrößern bitte nicht anklicken!):
Aha!
Intensive Nachforschungen haben ergeben, dass sich seltsame Fehlermeldungen gelegentlich auch anderswo ereignen. Um diese Fehlermeldungen zu erhalten, ist es empfehlenswert, den Rechner sofort auszuschalten und erst am 1. April des nächsten Jahres erneut zu starten.
Ein Artikel in der ZEIT: Interview mit dem britischen Sozialforscher Richard Wilkinson. Der Kerngedanke: Ungleichheit löst eine Menge an Problemen aus. Es gibt sehr viele Kommentare zu diesem Interview, in einem davon ist der Hinweis auf eine kritische Analyse der Theorie enthalten, dem ich dann doch einmal nachgehen wollte... "Inequality as a Social Cancer" lautet der Titel des Artikels im Wall Street Pit, Ungleichheit also wird als 'sozialer Krebs' beschrieben. Darin wird das Buch erwähnt, das Richard Wilkinson und Kate Pickett geschrieben haben. Die zentrale Botschaft des Buches: Ungleichheit (also große Unterschiede im Einkommen) machen viele Dinge schlechter, um die wir uns Sorgen machen. 23 Staaten wurden untersucht, und dabei zeigten sich bestimmte Zusammenhänge: Große Einkommensunterschiede führen zu...
einer geringeren Lebenserwartung, höherer Kindersterblichkeit, einem größerem Ausmaß an psychischen Störungen, mehr Fettleibigkeit, einen höheren Anteil an Teenagerschwangerschaften, mehr Mordfällen und einer geringeren Aufwärtsmobilität. Soweit es sich dem Artikel entnehmen lässt, liegen Korrelationsdaten vor - damit sind Kausalaussagen streng genommen fragwürdig. Präziser ist also die Interpretation, dass zwischen sozialer Ungleichheit und vielen anderen Faktoren Zusammenhänge bestehen - und dort, wo es weniger Ungleichheit gibt, eben eine höhere Lebenserwartung, weniger Kindersterblichkeit, weniger psychische Störungen usw. auftreten. Wilkinson und Pickett kommen zu dem Schluss, dass das Problem in reichen Staaten nicht darin besteht, dass sie nicht genug Geld haben (die Paradoxie der Aussage ist dabei ein Thema für sich, Stichwort Staatsverschuldung, Sonderthema...). Das Problem ist, dass die Einkommensunterschiede zu groß sind. Und so denkt eben der eine darüber nach, ob er sich ein Brötchen kaufen kann, während der andere ein neues Hotel aufmacht... Nun bleibt der Autor des Artikels im Wall Street Pit (namentlich: Lane Kennworthy) aber skeptisch: kann man viele soziale Probleme lösen, wenn man einfach die Ungleichheit reduziert? Aus methodischen und wissenschaftstheoretischen Überlegungen heraus kann ich mich dieser Skepsis direkt anschließen - denn die Schlußfolgerungen, die aus Korrelationsdaten kausale Aussagen ableitet, sind immer problematisch. Entsprechend fragt Lane Kennworthy dann auch: What's the causal link? Also: wo sind denn nun die kausalen Zusammenhänge, was ist Ursache und was Wirkung? Überlegenswert: führt Ungleichheit im Einkommen zu einer Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung, Bildung usw.? Als Beleg verweist er auf ein Buch von Kathryn Neckerman (wirklich mit einem 'N'!) aus dem Jahr 2004, in dem es um die deutlich größer gewordenen Einkommensunterschiede in den USA geht. Nun beziehen sich Wilkinson und Pickett ja auf Durchschnittswerte - und berücksichtigen dabei durchaus den Gedanken, dass dabei vermittelnde Faktoren im Spiel sein können. Eine These zu diesen vermittelnden Faktoren lautet: Ungleichheit verschärft den Konkurrenzkampf und damit Stress und Angst - und das schlagt sich in sozialer Dysfunktionalität nieder. Sozialer Status ist also bei Ungleichheit sehr wichtig. Mit Kausalaussagen sind die beiden trotzdem vorsichtig: "Greater inequality is likely to be accompanied by increased status competition and increased status anxiety." (Wilkinson & Pickett, zitiert nach Wall Street Pit). Auf deutsch also: größere Ungleichheit wird von höherem Statuswettbewerb und erhöhter Statusangst begleitet.
Die eigentliche vermittelnde Variable ist Stress. Stress ordnen sie in drei zentrale Kategorien ein:niedriger Sozialstatus, fehlende Freundschaftsbeziehungen und Belastungen aus den ersten Lebensjahren. Diese Faktoren entscheiden darüber, wieviel Vertrauen man anderen Menschen entgegen bringen kann, in welchem Ausmass Ängste auftreten. Die Aussagen über Stress und Psyche sind im Grunde nicht neu - dass die Psyche das Nervensystem und das Immunsystem beeinflusst und damit ein hohes Mass an Belastungen auch so allerlei körperliche und psychische Störungen auslösen kann, ist eine grundsätzliche Einsicht in der Psychosomatik. An dieser Stelle findet sich dann auch die Erklärung für den merkwürdig anmutenden Zusammenhang 'Ungleichheit macht fett': ein hohes Mass an Stressbelastung beeinflusst das Ernährungsverhalten und (nette Formulierung:) 'makes us put on weight in the worst places'. Also: das Fett sammelt sich an den denkbar ungünstigsten Stellen an (wo das ist, darf jede/r selbst erraten). Nach diesem Ausflug in die sozialökonomische Ökotrophologie ein kurzer Blick auf den Bildungsbereich. Lernen geschieht am besten in einer entspannten, anregenden Umgebung - starke negative Gefühle stören. Auch das ist nicht neu. Der kritische Einwand, den Lane Kennworthy zum Buch von Wilkinson und Pickett vorbringt, bezieht sich auf die Frage, wie stark der Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Konkurrenzdenken denn nun wirklich ist. Bezogen auf die USA führt er hier die optimistische Einschätzung der Amerikaner an, aufwärtsmobil sein zu können. Anders formuliert: soziale Ungleichheit ist als Problem weniger gravierend, wenn es Möglichkeiten gibt, durch sozialen Aufstieg den unteren Einkommensregionen zu entkommen. Das nun ist durchaus eine handfeste These, die wiederum für die Vorstellung spricht, dass viele Faktoren im Spiel sind und eine einfache Aussage über Ursache und Wirkung nicht so ganz - zumindest nicht durchgängig - stimmen kann. Provisorisch möchte ich den Zusammenhang (unter Berücksichtigung des Einwands von Kennworthy) einmal neu formulieren: Soziale Ungleichheit ist die Wurzel vieler Probleme. Besonders problematisch aber wird es, wenn es für die Angehörigen im Niedrig(st)lohnsektor keine Möglichkeit gibt, sich (bezogen auf Status und Einkommen) zu verbessern. Weiter oben ist es aber auch schwer: wer ein Wedekinggehalt bezieht, Außenminister oder Papst geworden ist, hat wirklich nicht mehr viele Möglichkeiten, sich beruflich zu verbessern... Weitere Einwände beziehen sich auf die einzelnen Zusammenhänge, zwischen Ungleichheit und Lebenserwartung etwa - und sie folgen immer wieder der Frage, wie groß und wie eindeutig die Korrelationen wirklich sind. Bezieht man sich etwa auf die Daten der Luxemburger Einkommensstudie, läßt sich der Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung nicht bestätigen. Und der Grund liegt eben darin, dass hier einige Länder nicht berücksichtigt sind - damit ist aber auch die These widerlegt, dass große Einkommensunterschiede in allen Ländern zu einer geringeren Lebenserwartung führen. Längssschnittstudien zeigen außerdem, dass in manchen Ländern soziale Ungleichheit und die Lebenserwartung gleichzeitig gestiegen sind. Im Vergleichszeitraum zwischen 1980 und 2005 gilt das für die meisten europäischen Länder - und auch für die USA. Wenn es zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich verschiedener Länder einen Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Aspekten der Lebensqualität gibt - dann müsste sich doch dieser Zusammenhang auch innerhalb eines Landes zeigen, wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet. Dieser Einwand ist bedenkenswert, denn er macht die Prognose (Ungleichheit abbauen und damit viele andere Probleme ebenfalls lösen oder zumindest entschärfen) sehr fragwürdig. Es wäre schön, wenn es so einfach wäre - "I wish it were that simple", schreibt Kennworthy. Leider muss ich ihm da zustimmen. Als Theorie möchte ich den Ansatz von Wilkinson & Pickett nicht verwerfen, auch wenn einzelne Hypothesen mehr als wackelig sind. Aber die Vorstellung 'jetzt bauen wir mal die soziale Ungleichheit ab, dann wird sich schon manches andere auch richten' ist dann doch zu naiv. So einfach ist es eben nicht. Trotz allem - man kann sich ja auch darin irren, dass man sich irrt. Vielleicht ist am postulierten Zusammenhang ja doch mehr dran, als sich im Moment erkennen lässt. Bleibt noch zu erwähnen, dass es eine von Wilkinson und Pickett gegründete Stiftung "Gleichheit" gibt - dort lassen sich auch Hintergrundinformationen in englischer Sprache als PDF-Dateien herunterladen.
Literatur:
Richard Wilkinson & Kate Prickett (2010). Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für uns alle besser sind.
Brainstorming in der Gruppe ist eine feine Sache, fördert die Entwicklung neuer Ideen und nutzt das Potential der Gruppe. Eine Gruppe, die etwa ein neues Produkt entwickeln will, sollte am besten funktionieren, wenn Fachleute aus verschiedenen Abteilungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen kommen. Stylianos Kavadias (Georgia Institute of Technology) und Svenja C. Sommer (HEC Paris) haben die Literatur zum Thema Brainstorming gesichtet und einen Vergleich angestellt: sind heterogene Gruppen wirklich produktiver - oder finden Spezialisten bessere Lösungen, wenn sie allein arbeiten? Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass bei sehr speziellen Problemen eine heterogene Gruppe eher stört - während bereichsübergreifende Probleme besser von heterogenen Gruppen gelöst werden.
Die neueren Untersuchungen von Nicholas Kohn et. al. (Texas A&M University) werfen ebenfalls einen kritischen Blick auf die Ergebnisse von Brainstormingsitzungen.
"Fixation to other people's ideas can occur unconsciously and lead to you suggesting ideas that mimic your brainstorming partners. Thus, you potentially become less creative." (Nicholas Kohn)
Übersetzt: Die Fixierung auf die Ideen anderer kann stattfinden, ohne dass sie bemerkt wird. Und führt dann dazu, dass andere nachgeahmt werden, die Kreativität lässt nach.
Brainstorming, die Problembearbeitung in der Gruppe, kann also dazu führen, dass nur eine einzige Idee in Betracht gezogen und weiter verfolgt wird. Andere Ideen und Möglichkeiten werden unterdrückt. Dabei ensteht Konformität - auf Kosten der Kreativität. Gruppen sind also nicht immer der beste Rahmen, wenn es darum geht, neue Ideen zu entwickeln. Die Studien (bei denen der AOL Instant Messenger eingesetzt wurde und verschiedene Gruppengrößen untersucht wurden) zeigen außerdem, dass die Produktivität höher ist, wenn die Gruppenmitglieder sich zeitweise ausklinken und ihren Gedanken allein nachgehen können. Dort also, wo es wirklich um Problemlösungen und neue Perspektiven geht, sollten Gruppen diesen Konformitätseffekt kennen und berücksichtigen. Die Lösung vom Denkmuster 'alles muss in der Gruppe diskutiert werden' führt zu einer breiteren Palette an möglichen Lösungen und einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Problem.
Kommentar dazu von meiner Seite:auch die Bemühungen im Umfeld des Qualitätsmanagements können sich als innovationsfeindlich herausstellen - wenn einmal gefundene Lösungen und Vorgehensweisen als Dienstanweisung fixiert werden, werden natürlich alle anderen Möglichkeiten unterdrückt. Sprüche wie "das machen wir schon immer so" oder "das ist eben so festgelegt" können dazu führen, dass ein Unternehmen in seiner Entwicklung stehen bleibt. Frage also: ist es gut, wenn alles nach Plan läuft - oder könnte das kreative Chaos, das Nachdenken über die Möglichkeiten, irgend etwas irgendwie anders zu tun, so manches eingerostete Unternehmen wieder in Schwung bringen?
Nicholas W. Kohn; Steven M. Smith. Collaborative fixation: Effects of others' ideas on brainstorming. Applied Cognitive Psychology, 2010; DOI: 10.1002/acp.1699
Quellen:
Institute for Operations Research and the Management Sciences (2009, December 15). Brainstorming works best in less specialized efforts, study finds. ScienceDaily. Retrieved March 30, 2010, from http://www.sciencedaily.com /releases/2009/12/091210125924.htm
Freiheit der Forschung und Lehre, Objektivität der Erkenntnis... Wenn Forschung durch die Wirtschaft finanziert wird, wird sie auch an marktwirtschaftlichen Prinzipien orientiert. Und damit ist sie auch als solche am Ende - längst gekauft, abhängig von vorgegeben Erkenntniszielen, die das Wünschenswerte belegen sollen und alles Unerwünschte ausblenden, sofern überhaupt jemand es wagt, danach zu fragen. Die Freiheit der Wissenschaft ist also eine Illusion und das untergräbt ihre Glaubwürdigkeit elementar. Denn wo nur das erforscht wird, was den Geldgebern genehm ist, wird auch nur das publiziert, was den wirtschaftlichen Interessen dient. Eine kritische, skeptische Einschätzung, der niemand folgen muss. Wer will, kann, soll und darf sich selbst eine Meinung bilden.
Nicht unbedingt allzu bekannt... eine Giraffe hat einen Hals, eine Gitarre vielleicht auch zwei. Oder drei. Was es mit den triple necks auf sich hat, zeigen die folgenden Videos.
Vor einigen Jahren war bereits von den Grenzen des Wachstums die Rede, es scheint, als sei Wirtschaftswachstum irgendwie immer mit dem Verbrauch von Ressourcen und damit auch größerer Umweltbelastung verknüpft. Einige sehen das anders - und ohne im einzelnen dazu Stellung nehmen zu können, weil mir dazu einfach der Einblick fehlt, möchte ich hier ein Video vorstellen, das bei diesem Thema ein Fragezeichen setzt.
Sehr konkret wird es dabei nicht. Wie kann nachhaltiges Wachstum aussehen, ressourcenorientiert und umweltverträglich? Zumindest scheinen einige traditionelle Vorstellungen ins Wanken zu geraten, die Vorstellung etwa, Wirtschaftswachstum ist immer gut, schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. Wirtschaft, Ökologie und Gerechtigkeit, wie passt das zusammen? Bedeutet Wirtschaftswachstum nicht irgendwie, dass mehr produziert wird? Die Statements stammen vom Round Table der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften am 1. März 2010 in der Station Berlin.
Anmerkung: dieser Post ist eine Reaktion auf Bettina Stackelbergs Podcast "Über Unsicherheit und Herzblut" (Abenteuer Leben, Das Abenteuer Selbstbewusstsein).
Zuerst dachte ich an eine persönliche E-Mail, weil es in diesem Podcast eben auch um etwas Persönliches geht. Andererseits bin ich mir sicher, dass die 'Frau fürs Selbstbewusstsein' mit dem, was mir zu ihrem persönlichen und empörten Zwischenruf einfällt, gut zurechtkommen wird. Anlass ihrer Empörung war Kritik 'über die Ecke', und wenn ich hier das Wort Kritik verwende, dann meine ich das auch so und denke dabei die Unterscheidung zwischen Feedback und Kritik mit. Die Bemerkung einer Zuhörerin, sie würde Frau Stackelberg nie als Coach in Anspruch nehmen, weil sie stellenweise unsicher gewirkt habe, ist (nach meinem Begriffsverständnis) kein Feedback, sondern eine (ab)wertende Kritik. Und dem, was hinter dieser Kritik steht, möchte ich etwas näher nachgehen, auch wenn es dabei um Vermutungen geht, die Aussagen also eine gewisse Unsicherheit (!) in sich bergen. Erste These: die Kritik beruht auf der Vorstellung, wer über das Selbstbewusstsein referiert, müsse auch selbst sicher sein. Und das 'durch und durch', also durchgängig, möglichst in allen Lebenslagen und in allen Fragen. Wer das nicht kann, 'taugt eben nichts'. Zweite These: die Kritik ist deshalb verletzend, kränkend, weil sie die zentralen Aussagen der Referentin entweder nicht verstanden hat oder negiert. Auf der Portalseite 'Das Abenteuer Leben' sind die Grundgedanken deutlich dargestellt. Selbstbewusstsein wird im Alltagsverständnis oft mit Selbstsicherheit gleichgesetzt - die Konzeption über das 'Bewusstsein seiner selbst' hat aber mehr mit Authentizität zu tun als einer trainierten, womöglich aufgesetzten Selbstsicherheit. Dann aber ist Unsicherheit (gerade dann, wenn sie 'stellenweise' auftritt) eben gerade ein Zeichen von Selbstbewusstsein und kein 'Defizit'.
Die rhetorische Bedeutung der Unsicherheit verdient im Grunde eine ausführlichere Betrachtung - denn sie legt bestimmte Sprechhandlungen nahe, die wirkungsorientiert gedacht sehr wertvoll sein können. Warum? Vorträge können sehr ermüdend sein, weil ein bestimmtes Thema darin buchstäblich erschöpfend abgehandelt wird. Dort, wo es auch nicht die leiseste Unsicherheit gibt, können Hörende im Grunde nur noch zustimmend nicken - oder eine bestimmte Position insgesamt ablehnen, werden aber kaum zu einem Dialog angeregt. Unsicherheit (hier bezogen auf inhaltlich offene Fragen) kann sehr anregend sein, denn sie führt eher zu einer fragenden Haltung, signalisiert den Zuhörenden: da ist jemand nachdenklich, unterwegs, hat noch nicht zu Ende gedacht, lädt mich ein und nimmt mich mit in vorläufige Gedankengänge... Das Vorschlagen, das Suchen und Tasten nach Antworten löst weit mehr Denkprozesse aus als das fertig 'Durchgebackene', zu dem man im Grunde nichts mehr sagen kann und nichts mehr sagen muss.
Aber das scheint nicht dem zu entsprechen, was die kritische Zuhörerin wohl erwartet hatte... ein Rezept vielleicht, wie man Sicherheit auch dort ausstrahlen kann, wo sie nicht exisitiert, wie man Unsicherheiten konsequent beiseite schiebt, etwas konsequenter und radikaler gedacht - wie man andere manipuliert. Das aber ist schwer zu vereinbaren mit einem Konzept, das mehr auf Echtheit setzt - in einer konsequent realisierten manipulativen Durchsetzungsrhetorik ist für Zweifel und Unsicherheiten kein Platz, denn das könnte ja die Wirkung beeinträchtigen.
Und damit bin ich beim Thema 'Herzblut', sagen wir: bei zentralen Überzeugungen, angelangt. Die implizite Erwartung hinter der Kritik lautet: eine 'Frau fürs Selbstbewusstsein' muss perfekt sein, sie darf keine Unsicherheit zeigen. Das bedeutet aber: sie darf nicht echt sein, denn Unsicherheit ist etwas Menschliches. Und (wie ich oben andeuten wollte) sie hat etwas sehr Wertvolles an sich. Unsicherheit sensibilisiert - wer immer und überall in jeder Frage absolut sicher ist, hört auf zu denken. Die Super-Rhetoriker (im Podcast ist so ein Beispiel erwähnt, alles perfekt einstudiert, aber eben auch: immer wieder dasselbe) mögen zwar durch und durch sicher wirken - aber ob sie es wirklich sind, das steht auf einem anderen Blatt. Sicher ist: sie sind in ihrer Entwicklung stehen geblieben.
Wer andere dazu anregen will, über sich selbst oder über ein bestimmtes Thema nachzudenken und dabei nicht einfach nur Wissen vermitteln möchte, das mit dem Etikett versehen ist 'das ist so und daran gibt es keinen Zweifel', findet gerade im Vorläufigen, Unsicheren das entscheidende dynamische Moment. Unsicherheit also ist nicht 'an sich' eine Schwäche - sondern vor allem dort ein Problem, wo sie 'nicht sein darf'. Damit steht sie sich meist selbst im Weg, verhindert das Bemühen, das Versuchen und Ausprobieren, das nach einiger Übung - zu mehr Sicherheit führt (hier auf das Verhalten bezogen). Aber auch inhaltlich ist Sicherheit (verstanden als echte Sicherheit) das Ergebnis sorgfältigen Nachdenkens. Sicher bin ich dort, wo Aussagen durchdacht, kritisch überprüft worden sind. Sicherheit ist das Ergebnis von Bestätigungen, denen das Zweifeln, das kritische Hinterfragen vorausgegangen ist.
Frage also: worum geht es denn eigentlich? Um aufgesetzte, künstliche, antrainierte Pseudo-Selbstsicherheit - oder um Selbsbewusstsein im Sinne von: Echtheit, die ihre Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft eben nicht aus der rhetorischen Trickkiste bezieht?
Je nach Perspektive wandelt sich die Einschätzung - dort, wo Echtheit als Wert anerkannt und angestrebt wird, sind die sicher Wirkenden die Unsicheren, denn sie müssen einen Teil von sich ausblenden, unterdrücken, überspielen. Die Unsicheren dagegen sind die wahrhaft Sicheren, denn sie gehen das Wagnis des Vorläufigen ein - und stehen zu sich selbst mit allem, was sie sind. Nun klingt im Thema 'Herzblut' mehr oder weniger direkt auch das Burnoutproblem an. Die Strategie der Rollendistanz ('ein Job ist eben ein Job und nicht das Leben selbst') lässt sich auch auf eine inhaltliche Position beziehen: als kritische Distanz zu Erwartungen, die die 'Frau fürs Selbstbewusstsein' eben nicht erfüllen will. Und nicht muss.
Schmerzhaft ist es trotzdem. Die Geschichte zeigt, dass Wirkung, Äußerlichkeiten und Selbstdarstellung häufig höher geschätzt werden als Authentizität. Wer sich dem Druck der Fassadenhaftigkeit entzieht, um wirklich zu sich selbst zu finden, wird immer wieder auch Ablehnung erfahren. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob Kränkbarkeit 'wegtrainiert' werden sollte oder gerade darin, dass es noch so etwas wie 'Herzblut' gibt, das eigentlich Lebendige erkennbar wird. Dort, wo es keine Kränkbarkeit mehr gibt, gibt es auch keine Sensibilität mehr.
Manchem wurde schon ein Auge blau geschlagen, andere sind sowieso blauäugig, andere wiederum freuen sich, wenn sie irgendwo mit einem blauen Auge davon gekommen sind.... Aber was verbirgt sich eigentlich dahinter?
Ein Song über das Verborgene hinter den blauen Augen, dem Unglück hinter der Fassade: